PCOS in der Naturheilpraxis

PCOS mit  TCM und Naturheilkunde behandeln

Wenn du an PCOS leidest hast du dich bestimmt gefragt was du dagegen tun kannst? Denn außer die Pille zu nehmen oder abzuwarten scheint es derzeit keine andere Behandlungsmöglichkeiten zu geben.

In diesem Artikel erfährst du was PCOS ist, und wie es diagnostiziert wird. Was die Pille und die hormonelle Behandlung im Körper bewirkt und warum du möglichst darauf verzichten solltest. Und du erfährst, wie die Behandlung mit Naturheilkunde aussieht und wie schnell du mit Ergebnissen rechnen kannst. Also wie die Prognose ist.

Bevor ich auf die Behandlung des PCOS mithilfe der Akupunktur, der TCM und der Naturheilkunde im Detail eingehe, möchte ich ein paar Worte zur Diagnose sagen.
Die Diagnose PCOS ist für viele Frauen, vor allem mit Kinderwunsch, eine Schreckensnachricht, da es meist gleichgesetzt wird mit „nicht natürlich schwanger werden können“.
PCOS ist eine sehr irreführende und oft zu Unrecht gestellte Diagnose.

Was ist PCOS?

Im Prinzip handelt es sich um eine Störung der Eizellreifung und des Eisprungs. Die Follikel wachsen zwar heran, aber es kommt nicht zum Eisprung. PCOS geht mit Zyklusstörungen oder Amenorrhö einher, erhöhten Androgenen, Übergewicht und auf dem Ultraschallbild sind perlartig aneinandergereihte Follikel zu sehen.

In der Praxis bekommen viele Frauen mit Zyklusstörungen oft, ohne weitere Blutuntersuchungen und Ultraschall, die Diagnose PCOS gestellt und schon ist das Gespenst geboren.

In Wirklichkeit ist PCOS nicht immer eine genaue Diagnose. Die Zeichen und Blutwerte treffen auf die meisten Frauen nicht im vollen Umfang zu. Nach meinem Empfinden handelt es sich um den Versuch einen Namen für etwas zu finden, was man weder genau verstehen und erklären, noch wirklich zufriedenstellend behandeln kann.

PCOS oder Eisprungstörung?

Die Frauen, die in meine Praxis mit einer PCOS Diagnose kommen, haben lediglich eine Eisprungstörung und dadurch bedingte Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der Regel.
Eisprungstörungen kommen im Leben einer jeden Frau mehr öfter mal vor. Das ist noch kein Drama.

Es handelt sich um eine hormonelle Störung, die vielfältige Ursachen haben kann und die gilt es zu suchen.

Wie ein Detektiv muss sich ein Therapeut auf den Weg machen um den Grund der hormonellen Störung zu finden und zu behandeln.

Ursachen für PCOS

Die eigentlichen Ursachen für PCOS sind nicht wirklich bekannt. In vielen Fällen fängt die unheilvolle Geschichte schon sehr früh an. Es ist normal, dass es bei sehr jungen Frauen zu Beginn der Menstruation zu Störungen kommt. Der Start ins fruchtbare Leben kann ein bisschen holprig und beunruhigend sein. Es kommt zu hormonellen Schwankungen. Das führt oft dazu, dass sofort zur Pille gegriffen wird. Die Pille ist jedoch ein Faktor, der PCOS verursachen kann. Hier wird der Teufel mit dem Belzebub bekämpft.

Zyklsusstörungen bei jungen Frauen

Nach Beginn der Menstruation kann es sein, dass die Blutung nicht regelmäßig kommt, oder starke Schmerzen bestehen. Auch Hautunreinheiten und Akne können sehr störend und belastend sein. Pickel kann wirklich keine junge Frau brauchen.
Deshalb wird oft Vorschnell die Antibabypille verschrieben, das ist bequem und das Problem ist für viele Jahre aus der Welt geschaffen. Die gute Botschaft ist: Hormonelle Akne lässt sich sehr gut mit Naturheilkunde behandeln. Kein Grund die Pille zu nehmen!

Wenn die Frau 5, 10 oder 15 Jahre später, die Pille absetzt um schwanger zu werden kann es sein, dass es zu Problemen kommt.

Leider setzt die Periode nach Absetzen der Pille nicht immer sofort ein. Es kann zu Zyklusstörungen und diversen anderen Symptomen kommen. Die Pille kann ein PCOS verursachen oder verschlimmern. Man spricht auch von der Post-Pill-Amenorrhoe. 

 Pille bei PCOS

Die Pille hatte keine therapeutische Wirkung, sondern hat lediglich das Symptom unsichtbar gemacht. Leider wird gleichzeitig das hormonelle System noch mehr geschwächt. Wenn der Körper von außen Hormone zugeführt bekommt, dann „denkt“ er sich: „Wunderbar, es ist alles da, also brauch ich nichts mehr tun“ So fährt er seine eigene Hormonproduktion herunter. Die Hormonproduzierenden Drüsen werden „faul“.
Hätte man die junge Frau schon zu Beginn mit Naturheilkunde behandelt und dem hormonellen System und dem Zyklus auf die Sprünge geholfen, dann wäre es nie so weit gekommen.
Ein Jahrzehnt später und nach Dauereinnahme der Antibabypille ist es um Einiges schwieriger und langwieriger den Zyklus wieder zu regulieren, aber es ist nicht unmöglich und es lohnt sich das zu versuchen.

Das ist EIN mögliches und häufiges Szenario wie es zu Eisprungstörungen und somit Zyklusstörungen und „PCOS“ kommen kann.

Weitere Ursachen für PCOS

Andere Ursachen sind in Umweltfaktoren und in den Lebensumständen zu suchen.

  • Hormonelle Einflüsse durch chemische Stoffe, wie Parfüms, Waschmittel, Kunststoffe, Kosmetika etc. können das empfindliche hormonelle System des Körpers stören und Eisprünge verhindern.
  • Weitere Ursachen sind Fehl- und Mangelernährung, mangelnde Proteine und Fette in der Nahrung oder Verdauungsstörungen. Das führt dann dazu, dass zu wenig Ausgangssubstanzen für eine angemessene Hormonproduktion vorhanden sind.
  • Stress, auch emotionaler Stress, Anspannung und Erschöpfung.

Oft sind es nicht übergewichtige Frauen, wie es im Buche steht, die Eisprungstörungen haben und mit PCOS Diagnose kommen, sondern sehr schlanke, gestresste und überarbeitete Frauen. Stress führt zu hormonellen Veränderungen!

PCOS in der TCM

In der Chinesischen Medizin ist es eine Leber Qi Stagnation aufgrund von Streß oder Blutmangel, die den Eisprung blockiert.
Eine Störung der Herz Nieren Achse.

Das Herz und somit die Emotionen spielen in der chinesischen Medizin eine zentrale Rolle im Zyklus der Frau und die Nierenenergie ist für die Fruchtbarkeit sehr wichtig. Herz und Niere arbeiten zusammen.

Weitere Ursachen sind Erschöpfung, die entweder zu einem Blutmangel führt, sodass die Follikel nicht richtig ernährt werden können oder Überarbeitung, die einen Yang Mangel nach sich zieht, der Körper zu kalt wird und die Energie und das innere Feuer nicht ausreicht um einen Eisprung zu erzeugen, weil es ja anderweitig verbraucht wird.
Das sind nur ein paar Möglichkeiten, wie es zu Eisprungstörungen und zu Zyklusstörungen kommen kann.

Diagnose, Behandlung und Erfolgsprognose in der Naturheilpraxis

Man muss jede Frau individuell betrachten und herausfinden welche Ursache oder Kombination aus mehreren Ursachen zu diesem Bild führen.
Wenn man das herausgefunden hat, dann kann man sehr viel gezielter mit Akupunktur, Kräutern, Ernährungsumstellung und weiteren Maßnahmen behandeln.
Manchmal geht es sehr schnell und die Periode setzt bald ein, doch oft braucht man etwas mehr Geduld.
Je länger die Pille genommen wurde und je länger die Zyklusstörungen bestehen, desto länger dauert die Behandlung.

Wenn vor der Pilleneinnahme ein regelmäßiger und reibungsloser Zyklus bestand, stehen die Chancen gut, dass es nach Absetzten der Pille die Periode wieder einsetzt. Auch wenn es ein wenig Unterstützung braucht.

Der Versuch die Menstruation auf natürlichem Wege zu regulieren lohnt sich! Besonders dann wenn man irgendwann plant Kinder zu bekommen, auch wenn aktuell noch kein Kinderwunsch vorherrscht. 

Also, bei PCOS-Diagnose, Kopf hoch!

Erstens, PCOS ist oft eine willkürliche oder unklare Diagnose und zweitens, den Zyklus zu regulieren ist möglich. Jeder Organismus hat das Bestreben und die Tendenz wieder in Ordnung zu kommen. Wenn man ihn unterstützt und ihm eine Chance gibt, geht es leichter.

Ist PCOS in jedem Fall mit Naturheilkunde behandelbar? Leider nein. Es gibt junge Frau, die auf nichts ansprechen. Hier liegt die Vermutung nahe, dass es sich eine zentrale Störung der Hypophyse vorliegt, die in der frühen Embryonalphase entstanden ist.

Das kommt vor, ist jedoch nicht die Regel. Generell kann man sagen, dass wenn sich nach 6 Monaten Behandlung überhaupt nichts tut, eine Fortführung der Behandlung wenig Sinn macht. Wenn sich jedoch eine Blutung einstellt, oder sich ein Zyklus abzeichnet, dann lohnt es sich weiterzumachen.

Weitere Infos über die Behandlung von PCOS findest du her: PCOS – Behandlung mit Naturheilkunde und TCM

8 Comments

  1. Daniela said:

    Wie ist es aber mit familiären, von Mutter zur Tochter und so weiter? In 4. Generation bereits erreicht und Insulinresistenz diagnostiziert ist? Ich bin in naturheilkundlicher Behandlung und behandle selber auch aber wenn man keine erfahrungswerte hat von keiner Seite in zusammenhang mit pco wo kann ich da die suche ansetzen?

    1. März 2017
    Reply
    • Konstantina Vrontou said:

      Hallo,
      familiäre Erkrankungen und Konstitution werden in der chinesischen Medizin mit der Nierenenergie erklärt.
      Eizellen sind eine Essenz, die aus der Nierenenergie genährt werden. Fruchtbarkeit im Allgemeinen hat sehr viel mit Konstitution und somit den Nieren zu tun. Wobei man hier nicht die Nieren als Organ, mit den Nieren, wie es als Begriff in der chinesichen Medizin bezeichnet wird, verwechseln darf.
      Unabhängig davon, muß man das Gesamte anschauen, also eine ordentliche Anamnese durchführen und alle Aspekte betrachten.
      Insulinresistenz hat etwas mit der Mitte zu tun, dem Erdelement, dieses hängt jedoch auch wieder von der Niere bzw. vom Nieren-Yang ab.
      Ich würde auf die Mitte schauen und die Nieren (chinesisch).
      Herzliche Grüße
      Konstantina Vrontou

      6. März 2017
      Reply
  2. Rahel said:

    Hallo Konstantina
    Deine Seite ist unglaublich interessant und gibt mir Mut! Ich habe vor ca. 16 Monaten die Pille abgesetzt und nach diversen Untersuchungen die Diagnose PCO erhalten. In der Schulmedizin wollen sie natürlich mit Medikamenten das Problem „beheben“. Da der Kinderwunsch noch nicht akut ist, habe ich mich zuerst für die Akupunktur-Behandlung entschieden und bin nun in der 3. Behandlungswoche. Meine Frauenärztin hat mir gesagt, ich könne es gut mit der Naturmedizin versuchen, müsse aber alle paar Monate (4x im Jahr) die Menstruation auslösen mit dem Medikament Utrogestan. Ich bin einfach skeptisch gegenüber all diesen Eingriffen in den Körper, seitdem ich weiss, was die Pille alles angerichtet hat! Ist es nicht kontraproduktiv, wenn ich Utrogestan nehme und gleichzeitig die Akupunktur-Behandlung mache? Ist es tatsächlich so schädlich, wenn ich länger keine Periode habe? Danke für deine Einschätzung und liebe Grüsse Rahel

    13. Mai 2019
    Reply
  3. Julz said:

    Hallo,

    In wie weit kann Akupunktur denn den Zyklus regulieren? Ich habe bereits 6 Behandlungen gehabt und es hat sogar geklappt, eine Blutung auszulösen. Nun bin ich aber schon wieder überfällig. Gibt es Erfahrungswerte, wie lange es dauern kann, bis ein Zyklus einigermaßen reguliert ist?
    Viele Grüße

    9. September 2019
    Reply
    • Konstantina Vrontou said:

      Das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Ein Richtwert sind 3 Monate. Ist der Zyklus über 3 Monate stabil, würde ich die Behandlungen reduzieren und dann abwarten ob sich der Zyklus stabilisiert.

      12. September 2019
      Reply
    • Konstantinia Vrontou said:

      Mindestens 3-6 Monatszyklen.

      23. Oktober 2019
      Reply
  4. Elke said:

    Guten Tag Frau Vrontou,
    Ich bin 22 Jahre alt, und hatte bis ich die Pille genommen habe immer einen sehr regelmäßigen Zyklus und keinerlei Probleme mit meiner Haut etc.
    Seit ich mit 20 das erste mal die Pille abgesetzt habe, wurden Zysten in meinem Ultraschallbildern entdeckt, meine Haut wurde unrein und ich bekam die Diagnose PCO. Daraufhin bekam ich direkt wieder die Pille verschrieben, die ich auch nahm, weil ich Angst hatte vor den Konsequenzen des PCOS.
    Als ich mich intensiver mit der Krankheit auseinandersetzte, habe ich gemerkt, dass es eigentlich ja nicht gut sein kann die Symptome mit der Pillen zu unterdrücken, zumal ich mir gar nicht sicher war ob die Krankheit nicht erst durch die Pille ausgelöst wurde, da ich vorher ja gar keine Probleme hatte.
    Man muss dazu sagen, dass ich eher immer Untergewicht hatte(BMI zwischen 16-18) und Probleme habe zuzunehmen, mit oder ohne Pille, und mein Insulinwert immer normal war/ist und ich insgesamt ein sehr weibliches Erscheinungsbild habe, abgesehen seit dem PCOS von meiner Haut.
    Ich Wölfe mich jetzt, weil ich total verzweifelt bin und ich nicht weiß was ich machen soll. Ich habe seit einigen Monaten meine Periode nicht mehr bekommen und stärkere Hauptprobleme.
    Ich wollte es jetzt auch mit Akupunktur versuchen, bin aber gleichzeitig auch nochmal bei einem Mediziner um meine Blutwerte abzuchecken.
    Ich wollte sie fragen, ob sie mir irgendwelche Empfehlungen für den Raum Köln/Bonn geben können, was Heilpraktiker angeht, und ob sie ansonsten irgendwelche Methoden kennen, die mir helfen könnten.
    Über eine Antwort wäre ich ihnen total dankbar!
    Liebe Grüße
    Elke

    13. Januar 2020
    Reply
    • Konstantinia Vrontou said:

      Liebe Elke,
      es gibt eine Ärztin in Köln, Dr. Lanius, ich kenne sie nicht persönlich, aber sie scheint auf diesem Gebiet spezialisiert zu sein. Versuchen Sie es mal dort.
      Es ist sehr wahrscheinlich, dass PCOS tatsächlich durch die Pille hervorgerufen wird. Vieles spricht dafür. Häufig erleben junge Frauen dasselbe wie Sie. Nach jahrelangem Einnehmen der Pille entwickelt sich PCOS. Davor bestand oft ein ganz normaler Menstruationszyklus.
      In diesem Fall macht es meistens wenig Sinn die Pille erneut zu nehmen.
      Die gute Nachricht ist: Wenn vor dem Einnehmen der Pille ein normaler Zyklus bestand, dann sind die Chancen recht gut, dass sich durch natürliche Therapien, recht schnell, erneut eine normale Menstruation eistellt. Ca. 3-9 Monaten.
      Ich empfehle Ihnen sich von einer HeilpraktikerIn behandeln zu lassen oder von der naturheilkundlich arbeitenden Ärztin, Dr. Lanius.
      Wichtig wäre es auch alles zu tun, um an Gewicht zuzunehmen.
      Alles Gute
      Konstantina Vrontou

      18. Februar 2020
      Reply

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