Hashimoto

Hashimoto Therapie

Hashimoto ist eine sehr häufig diagnostizierte Erkrankung und wird sogar als Volkskrankheit bezeichnet. Es ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Das bedeutet der Körper greift sein eigenes Gewebe an. Folge ist eine Entzündung der Schilddrüse und die Zerstörung der hormonproduzierenden Zellen. Die Erkrankung gilt als unheilbar. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. Man vermutet eine genetische Komponente. Ferner tritt sie oft mit anderen Autoimmunerkrankungen auf, wie z.B. Diabetes Typ 1 und Zöliakie.

Generell treten Autoimmunerkrankungen immer häufiger auf, deshalb liegt es nahe, dass Umweltfaktoren, Ernährung und Lebenswandel eine wichtige Rolle spielen.

Behandlung bei Hashimoto

Als einzige schulmedizinische Therapie ist bei Hashimoto die Gabe von Schilddrüsenhormonen Standard. Dabei müssen diese Hormongaben ein Leben lang eingenommen werden. Eine sehr unbefriedigende Antwort auf eine so häufig diagnostizierte Erkrankung.

Schilddrüsenhormone sind die am meisten verschriebenen und eingenommenen Hormone. Für viele Schilddrüsenpatienten, nicht nur bei Hashimoto, ist eine lebenslange Medikation notwendig.

Da lohnt es sich etwas Ursachenforschung zu betreiben und die Schilddrüse ganzheitlich zu begreifen und zu behandeln. Zumal dieses kleine Organ eine zentrale Rolle im Organismus spielt und bei vielen Prozessen eine wichtige Rolle einnimmt.

Aufgaben und Funktionen der Schilddrüse:

  • Die Schilddrüse hat vielfältige Funktionen im Körper.
  • Sie steuert viele Stoffwechsel- und Umwandlungsprozesse
  • Regelt den Wärmehaushalt
  • Hat einen Einfluss auf die Fortpflanzung, die Eierstöcke und den weiblichen Zyklus
  • Sie regelt den Energiehaushalt
  • Wirkt auf die Funktion von Muskeln, Nerven, Magen/Darm, Herz und Kreislauf
  •  Sie hat einen Einfluss auf die Sexualität
  • Sie wirkt auf die Gehirnfunktion, Wachheit, Klarheit und Merkvermögen
  • Bei Kindern hat sie einen Einfluss auf Wachstum und Entwicklung

⇒ Die Schilddrüse arbeitet mit anderen Drüsen und Organ zusammen. Es bestehen Wechselwirkungen zwischen Schilddrüse, Gehirn, Eierstöcken, Nebennieren, Schleimhäute, Magen und Darm.

Daraus ist ersichtlich, welche weitreichende Folgen eine Störung der Schilddrüse haben kann und welche Störungen und Erkrankungen des Körpers einen Einfluss auf die Schilddrüse haben können.

Deshalb ist die Gabe von Hormonen in manchen Fällen ausreichend, um die Schilddrüsenfunktion einigermaßen am Laufen zu halten. Die Einnahme von Schilddrüsenhormonen behebt jedoch nicht die Störung der anderen Organe, der Drüsen und Gewebe. Eine alleinige Schilddrüsenmedikation ist auf keinen Fall eine zufriedenstellende, ganzheitliche Behandlung.

Hormone der Schilddrüse

Die Schilddrüse bildet die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin/Thyroxin).

Anmerkung: T4 ist das Hormon, welches in den gängigsten Schilddrüsenhormonpräparaten vorhanden ist. Das aktivere Hormon ist jedoch das T3. Im Normalfall kann der Körper T4 in T3 umwandeln, das gelingt jedoch nicht in jedem Fall.

Schilddrüsendiagnostik

Um die Funktion der Schilddrüse zu beurteilen müssen mehrere Werte im Blut gemessen werden.

Dazu zählen:

  • Basisdiagnostik

TSH (Hormon der Hypophyse, dieses wirkt auf die Schilddrüse und bewirkt, dass sie arbeitet oder ihre Arbeit drosselt)

f(T3) (freies Trijodthyronin)

f (T4) (freies Thyroxin)

  • Antikörperbestimmung

TPO-Ak Thyreoperioxidase Antikörper

TRAK – Thyreoglobulin Antikörper

  • Ultraschall:

Um ein abschließendes Bild zu bekommen und zur Beurteilung von Knoten, Größe der Schilddrüse und Beschaffenheit des Gewebes ist ein Ultraschall notwendig.

  • Weiterreichende Untersuchungen bei Schilddrüsenerkrankungen und Hashimoto

Selen, Zink, Vit D, Jod

Diagnose einer Hashimoto

Bei einer Hashimoto genügt es nicht nur den TSH Wert zu betrachten und die freien Hormone. Diese können je nach Stadium erniedrigt oder erhöht sein. Auch der TSH Wert kann variieren.

Interessant sind zusätzlich die Antikörper, die Symptomatik der Patienten und das Ultraschallbild.

Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion:

  • Unruhe, Zittern, Herzklopfen
  • Ängste, Panikattacken, Reizbarkeit, Ungeduld
  • Hohes Tempo, Stressanfälligkeit
  • Wärmegefühle, verstärktes Schwitzen
  • Viel Durst
  • Schlafstörungen
  • Schneller Stoffwechsel, Gewichtsabnahme
  • Zyklusstörungen, starke Blutungen, Blutungsstörungen
  • Frühgeburten, Fehlgeburten
  • Durchfälle, Reizdarm, Magen/Darmstörungen

Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion

  • Müdigkeit/Antriebslosigkeit, Trägheit, Libidomangel
  • Langsames Denken, Gedächtnisstörungen, depressive Verstimmungen, Lustlosigkeit
  • Teigige, kalte, trockene Haut, Wasseransammlungen, Frieren
  • Sprödes, strohiges Haar, Haarausfall
  • Schlafbedürfnis, langes Schlafen
  • Gewichtszunahme
  • Hormon- und Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit
  • Immunschwäche
  • Blähungen, Völlegefühl, Stuhlverstopfung oder breiige Stühle

⇒ machen Sie den Test: Schilddrüsentest

Was passiert bei Hashimoto

Bei Hashimoto greift das Immunsystem des Körpers die eigenen Körperstrukturen an. Es entstehen Entzündungen, dabei wird Schilddrüsengewebe zerstört. In dieser Phase kann es zu Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion kommen, weil plötzlich Schilddrüsenhormone frei werden und den Körper überfluten. Anschließend kommt es zu einer Unterfunktion, weil dem Körper Schilddrüsengewebe fehlt, um Hormone zu produzieren. Es kommt zu einem Mangel. Eine Hashimoto verläuft in der Regel in Schüben, wobei immer mehr Schilddrüsengewebe zerstört wird. Das ist der klassische Verlauf.

In der Praxis ist es nicht immer so klar. Oft wird eine Hashimoto aufgrund der Blutwerte und dem Ultraschall diagnostiziert oder schlichtweg von Ärzten vermutet.

Die Patienten haben oft Zeichen einer Unterfunktion gemischt mit Überfuntktionszeichen.

Ursachen einer Hashimoto

Die Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung und die Ursachen aus schulmedizinischer Sicht weitgehend unbekannt. In der Naturheilkunde werden jedoch viele Zusammenhänge diskutiert, diagnostiziert und danach behandelt. Hashimoto ist eine Erkrankung, die die Schilddrüse betrifft, es ist jedoch strenggenommen nicht das Organ Schilddrüse dafür verantwortlich, sondern viele andere Faktoren müssen zusammentreffen, damit das Immunsystem des Körpers verrücktspielt und sein eigenes Gewebe angreift.

Autoimmunerkrankungen haben immer einen Zusammenhang zum Immunsystem. Obwohl das Immunsystem überreagiert und aggressiv gegen eigenes Gewebe vorgeht, handelt es sich um eine Schwäche des Immunsystems. Das ist eine Art Selbstverletzung, weil sich der Körper nicht anders zu helfen weiß.

Die Ursachen für eine Störung des Immunsystems sind vielfältig. Es müssen mehrere Dinge zusammenkommen, damit das Immunsystem überreagiert.

  • eine genetische Vorbelastung ist möglich
  • Störung des Darms und der Darmpermeabilität (leaky gut syndrom)
  • Glutenunverträglichkeit
  • Störungen des Magens und der Bauchspeicheldrüse (Schwäche der Verdauungsdrüsen)
  • Nährstoffmangel, Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe, ernährungsbedingt oder durch mangelnde Aufnahme (Resorption)
  • Erschöpfung der Nebennieren und langandauernder Stress und Überforderung
  • Stoffwechselstörungen wie HPU
  • Störung anderer Hormone des weiblichen Zyklus wie Östrogene und Progesteron
  • Seelische Belastung, emotionaler Stress und Traumata
  • Schwierigkeiten seine Wahrheit zu sprechen, sich auszudrücken und für sich einzustehen
  • Elektrosmogbelastung könnte möglicherweise eine Hashimoto und viele andere entzündliche Erkrankungen unterstützen

Hashimoto in der TCM

In der TCM werden keine Krankheiten diagnostiziert, sondern Krankheitsmuster und Funktionsstörungen der Organe. Da bei Hashimoto ganz unterschiedliche Organsysteme betroffen sein können muss man bei jedem einzelnen Menschen beurteilen welche Funktionen gestört sind. So kann man herausfinden wie alles zusammenhängt und gezielt therapieren.

Herz und Nieren

Grundsätzlich wird in der TCM die Schilddrüse dem Herzen und der Niere zugeordnet. Das Herz hat mit Bewusstsein und Wahrnehmung von Gefühlen zu tun. Die Nieren sind unsere Basisenergie, die uns Kraft, Stabilität und Durchhaltevermögen geben. Es sind unsere Reserven, die uns Widerstandsfähig machen.

Herz und Nieren bilden eine Einheit. Sie arbeiten zusammen. Herz und Nieren müssen miteinander kommunizieren, damit wir uns integriert, gut geerdet und in unserer Mitte fühlen.

Traumata, emotionale Probleme, Stress und Erschöpfung des Herzens oder der Nieren, können diese Kommunikation und das Zusammenwirken beeinträchtigen. Werden die Nieren zu schwach, aufgrund von Erschöpfung, dann steigt Hitze auf und beeinträchtigt das Herz und die Schilddrüse. Das kann beispielsweise zu Entzündungen führen.

Magenmeridian und Mitte

An der Schilddrüse verlaufen der Magenmeridian, dort befinden sich wichtige Magenpunkte. Der Magen hat in der TCM mit der Aufnahme von Substanzen und Materie zu tun. Er steht in Verbindung mit der Milz. Beide zusammen bilden die Mitte und das Verdauungssystem. Wenn wir gut in unserer Mitte sind, dann freuen wir uns des Lebens, das Herz wird gut genährt und wir fühlen uns wohl. Es ist gut hier zu sein. Störungen im Magen/Darmtrakt können über den Magenmeridian einen Einfluss auf die Schilddrüse haben und umgekehrt.

Ren Mai, das Leben Empfangen

An der Schilddrüse verläuft ein wichtiger außerordentlicher Meridian, der Ren Mai.

Der Ren Mai steht in enger Verbindung mit den Fortpflanzungsorganen und hat wichtige Wirkung auf die Eierstöcke, die Gebärmutter und den weiblichen Zyklus. Hier ist die Verbindung der Schilddrüse zu den Fortpflanzungsorganen, zur Menstruation und zum weiblichen Zyklus, die wir auch aus der westlichen Medizin kennen.

Das waren einige Beispiele, um zu veranschaulichen wie in der TCM die Schilddrüse betrachtet wird und wie die Herangehensweise ist. Es gibt weit mehr Verbindungen und Wechselwirkungen, die auf die Schilddrüse einen Einfluss haben.

Der menschliche Körper, Psyche und Geist sind sehr komplex. Um ganzheitlich zu behandeln ist es gut und wichtig Vieles mit einzubeziehen. Es genügt bei Weitem nicht nur ein paar Hormone und Nahrungserhänzungsmittel zu nehmen.

Therapie von Hashimoto in meiner Praxis

Hashimoto ist nicht die eigentliche Krankheit, die es zu therapieren gilt, sondern in der Regel ist es eine Folge von mehreren Störungen und Umständen.

Es ist notwendig die Ursachen zu finden und zu behandeln. Dazu gehört eine gründliche Diagnostik.

  • Labordiagnostik, Ultraschalldiagnostik (beim Endokrinologen)
  • Puls- und Zungendiagnostik nach TCM

Behandlung:

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann folgendes beinhalten:

⇒ lesen Sie auch:  Psychosomatik Schilddrüse

Jod bei Hashimoto

Jod ist ein großes Thema bei Hashimoto. Viele Hashimoto Patienten reagieren empfindlich auf Jod und jodhaltige Nahrungsmittel. Es kann eine Entzündung und einen akuten Schub auslösen. Deshalb wird vor Jod bei Hashimoto gewarnt.

Tatsache ist, dass Jod ein wichtiges Spurenelement ist, welches der Körper dringend benötigt. Nicht nur die Schilddrüse, sondern viele andere Organe und Gewebe im Körper. Dazu gehören die Brustdrüsen, das Gehirn, der Darm, die Prostata, die Haut und die Schleimhäute.

Hashimoto Patienten haben laut Untersuchungen oft einen signifikanten Jodmangel! Diesen gilt es zu beheben, damit der gesamte Körper eine Chance hat zu heilen. Damit es jedoch nicht zu den gefürchteten Entzündungen kommt, gilt es den Körper erstmal zu behandeln und vorzubereiten und ihn langsam ans Jod heranzuführen.