Chinesische Medizin – TCM

Was ist TCM?

Hier möchte ich Ihnen eine kleinen Überblick über die chinesische Medizin geben. Über die Wirkweise, Diagnose und Behandlungsverfahren, wie z.B. die Akupunktur. Und wann man die TCM anwenden kann.

Die chinesische Medizin ist eine Jahrtausende alte Erfahrungsmedizin. Sie hat eigenständige Methoden zur Erkennung, Vorbeugung und Linderung von Krankheiten und Beschwerden entwickelt, die sich von anderen Heilverfahren unterscheiden. Aus jahrtausendalten Anwendungen  der chinesischen Volksheilkunde ist altes Wissen und Erfahrung  zusammengetragen worden. Daraus ist die traditionelle chinesische Medizin entstanden, wie wir sie heute kennen.

Die Sichtweise der chinesischen Medizin (TCM):

Aus der Sicht der chinesischen Medizin ist der Mensch gesund wenn seine Kräfte im Gleichgewicht sind. Denn nur so können sie ihre Funktion optimal erfüllen. Ist dieses Gleichgewicht durch äußere oder innere Ursachen gestört, so kann das der Körper durch seine Selbstheilungskräfte erstmal regulieren. Vorausgesetzt er ist dafür vital genug. Ist aber der Einfluss sehr stark, oder der Mensch zu geschwächt, dann braucht er Unterstützung.

Die Bedeutung der TCM in der Gegenwart

In der heutigen Zeit sind viele Menschen weder richtig krank noch richtig gesund. Es bestehen viele chronische und wechselnde Beschwerden, ohne dass man deren Ursache kennt. Viele Zusammenhänge sind völlig unklar. In der Schulmedizin gibt es für viele Beschwerden, die den modernen Menschen plagen keine befriedigende Antworten.

Trotz technischen Fortschritts und einer teuren Supermedizin geht es den Menschen gefühlt immer schlechter.  Hier wird besonders deutlich, dass die moderne, hochtechnisierte Medizin und die Naturwissenschaften nur einen kleinen Teil des Lebens erklären können. Dabei hinken sie den menschlichen Bedürfnissen und der Wirklichkeit immer hinterher.

Die Hinwendung zu alternativen Heilweisen, wie beispielsweise der Chinesischen Medizin ist kein Zufall. Obwohl die Wirksamkeit und die Wirkung der Chinesischen Medizin und fast aller Naturheilweisen schwer greifbar und beweisbar ist, sind sie aus unserem Leben kaum wegzudenken.

Ursache von Beschwerden aus der Sicht der TCM

Laut chinesischer Medizin liegt die Ursache vieler Erkrankungen in der schlechten Funktion und Kommunikation der Organsysteme untereinander. Das führt zu Beschwerden lange bevor eine nachweisbare Veränderung an der Substanz des Körpers stattgefunden hat. Aus diesem Grund kann der Arzt bei seinen Untersuchungen oft nichts Ernsthaftes feststellen. Dennoch fühlen sich die Menschen krank, oder haben sogar sichtbare Beschwerden. Außerdem gibt es eine Menge Erkrankungen für die es zwar eine Diagnose, aber keine zufriedenstellende Behandlung gibt.

Beispielsweise Autoimmunerkrankungen, Allergien, Migräne, Hauterkrankungen und vieles mehr. 

In vielen Fällen kann die TCM, auf sanfte Art und Weise, Linderung verschaffen.

Der Mensch ist Energie!

Der Mensch besteht nicht nur aus Materie, sondern er besitzt auch eine vitale Energie. In der chinesischen Medizin wird sie Qi genannt, andere Kulturen sagen Prana, oder Lebenskraft dazu.

Ansatz der TCM

An dieser vitalen Energie, das Qi, setzt die chinesische Medizin an. Durch die Beobachtung der Energieflüsse und deren Auswirkungen kann man Zusammenhänge und Fehlfunktionen feststellen. Es ist möglich Krankheitsmuster zu erkennen und zu behandeln lange bevor sich eine Erkrankung manifestiert hat. Aus diesem Grund hat die TCM eine große Bedeutung in der Prävention und der Gesunderhaltung. Ferner ist sie hilfreich bei Erkrankungen, die durch eine Störung der Funktion entstanden sind und das sind im Grunde alle Erkrankungen. Denn jeder Krankheit liegt eine Störung der vitalen Energie, des Qi, zugrunde.

Deshalb kann man die TCM bei allen Beschwerden anwenden. Entweder allein, oder ergänzend zur Schulmedizin.

Diagnose in der chinesischen Medizin (TCM)

In der chinesischen Medizin werden keine Erkrankungen diagnostiziert, sondern Krankheitsmuster, die zu Erkrankungen geführt haben. Man schaut hinter die Kulissen.

Die zugrundeliegende Funktionsstörung wird im Zusammenhang betrachtet und nie isoliert. Wenn der Qi-Fluss in einem Organsystem blockiert ist, dann beeinträchtigt das unweigerlich auch andere Körperregionen und Organe. Der Mensch ist nun mal ein Ganzes und nur so kann er therapiert werden.

Krankheitsmuster in der TCM

Die sogenannten Krankheitsmuster sind sehr individuell. So kann bei ein und derselben Erkrankung z.B. Kopfschmerzen, bei verschiedenen Menschen ein anderes Krankheitsmuster vorliegen.

Mithilfe der chinesischen Medizin können Krankheitstendenzen festgestellt werden, schon bevor sich Symptome zeigen oder gar manifeste Erkrankungen bestehen.

Behandlungsansatz der TCM

Mithilfe der chinesische Medizin werden keine Krankheiten behandelt, sondern das persönliche energetische Ungleichgewicht, welches die Erkrankung verursacht. Diese Art der Behandlung ist zum einen individuell und zum anderen sind die Resultate nachhaltig. Manchmal verbessern sich Symptome sogar nach Ende der Behandlung, wenn der Körper wieder richtig in Gang gekommen ist.

Prinzip der TCM

Es werden keine Symptome unterdrückt, sondern das dahinterliegende Krankheitsmuster behandelt. Wenn Ihnen beispielsweise das Benzin ausgeht, dann hilft es wenig, die blinkende Tankanzeige zuzukleben. Sie müssen Benzin tanken um weiterfahren zu können.

Mithilfe der chinesischen Medizin kann dem Körper geholfen werden besser zu funktionieren.

Wenn der Körper besser funktioniert ist er widerstandsfähiger gegenüber inneren und äußeren Einflüssen.

Die TCM – eine Kunstfertigkeit

Die richtige Ausübung der chinesischen Medizin ist eine Kunstfertigkeit. Das exakte Erfassen des Krankheitsmusters eines Menschen macht es möglich gezielt zu behandeln. So können Beschwerden sehr sanft und dennoch optimal behandelt werden.

Das steigert Wohlbefinden und Lebensqualität.

Handwerkszeug der Chinesischen Heilkunst

Diagnostische Mittel:

Um eine Diagnose zu erstellen bedient man sich der Pulstastung, der Zungendiagnose, der Bauchdiagnose und der Befragung. Daraus werden Schlüsse über das herrschende Ungleichgewicht im Körper gezogen.

  • Pulsdiagnose

Über die Pulstastung können der allgemeine energetische Zustand des Körpers und einzelner Organe beurteilt werden. Ebenso können Aussagen über die Stärke der Substanz und des Blutes, des Wasserhaushalts und des Blutflusses gemacht werden. Man kann Rückschlüsse ziehen, ob sich pathogene Faktoren wie Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit im Körper befinden.

  • Zungendiagnose

Die Zunge ist wie eine Landkarte in einzelne Gebiete unterteilt, diese sind Organen und Körperbereichen zugeordnet. Bei der Zungendiagnose betrachtet man, unter anderem, die Größe und die Festigkeit der Zunge, die Farbe und den Belag oder den fehlenden Belag, Feuchtigkeit oder Trockenheit, Risse, Gedunsenheit, Flecken, Papillen und dessen Farbe, all das wird angeschaut und beurteilt. Die Zungendiagnose erlaubt Aussagen über die vitalen Energien, Blut und Blutfluss, den Wasserhaushalt, den Zustand von Schleimhäuten und allgemein über das Stoffwechselgeschehen im Körper.

  • Bauchdiagnose

Auch der Bauch ist in einzelne Zonen unterteilt, die Organe oder Körperregionen repräsentieren. Über die Bauchdiagnose können zusätzliche Informationen gewonnen.

Alle Informationen werden zu einem Gesamtbild zusammengefügt und daraus ergibt sich die Diagnose.

Diagnosestellung in der TCM

Die Diagnose ist die Basis der Behandlung mit der Chinesischen Medizin. Sie entscheidet über die Akupunkturpunkte, die in einer Akupunktursitzung gewählt werden. Sie entscheidet ob Moxibution angewendet wird oder nicht, über die Zusammensetzung der chinesischen Kräuterrezeptur und darüber welche weiteren Therapien angewendet werden. Ferner ob eine Ernährungsumstellung nötig ist.

Eine Diagnose spiegelt den allgemeinen energetischen Zustand des Körpers wieder. Sie trifft eine Aussage über die Qualität der Körperenergien.

Sie ersetzt keine schulmedizinischen Diagnosen wie Ultraschall, Röntgen, Blutbild, Laparoskopie etc.

Beispiele aus der TCM

  • Wenn man z.B. in der chinesischen Medizin von Nierenschwäche spricht so kann es sein, dass die Nieren bei einer schulmedizinischen Untersuchung völlig in Ordnung sind und trotzdem können die Nieren selbst oder die Funktionen die ihnen zugeordnet werden beeinträchtigt sein, ohne dass sich das nachweisbar manifestiert hat. Aus diesem Grund ist die chinesische Medizin auch prophylaktisch sehr gut anwendbar.
  • Spricht man in der chinesischen Heilkunst von Blutmangel spricht, so kann es z.B. sein, dass das Eisen im Blut Normbereich liegt. Dennoch kann das Blut nach der TCM mangelhaft sein. Beispielsweise in Bezug auf Flüssigkeiten oder der Qualität des Blutes. Das kann sich durch konkrete körperliche Beschwerden zeigen, obwohl die Laborwerte okay sind.

Schulmedizinische Diagnosen sind etwas vollkommen anderes als die Diagnose in der chinesischen Medizin. Das eine ersetzt nicht das andere und für eine ganzheitliche Behandlung ist es wichtig auch die modernen schulmedizinischen Untersuchungen mit einzubeziehen.

Noch Konkreter:

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz!

Denn Beschwerden und Symptomen können unterschiedliche energetische Ursachen zugrunde liegen.

Eine Stagnation des Qi im Körper kann bei einem Patienten Kopfschmerzen verursachen und beim anderen Verdauungsbeschwerden. Bei dem einen können Kopfschmerzen durch eine Stagnation des Leber-Qi verursacht sein bei jemand anderes durch einen Mangel an Qi und Blut, so dass der Kopfbereich nicht ausreichend versorgt wird.

Die Stärke der chinesischen Heilkunst ist es das zugrundeliegende Ungleichgewicht zu erfassen und zu behandeln. Das ermöglicht es tiefer zu gehen und mehr als nur die Symptome einer Erkrankung zu therapieren.

Behandlungsmethoden der TCM

  • Akupunktur

Bei der Akupunktur werden sehr feine Nadeln fast schmerzlos in ausgewählte Akupunkturpunkte gesetzt. Dadurch wird die Energie im Körper bewegt oder gestärkt oder Pathogene Faktoren wie z.B. Hitze ausgeleitet.

Die Akupunktur beeinflusst in erster Linie das Qi und die Funktion des Körpers

Die Funktion des Körpers ist bei allen Beschwerden und Erkrankungen gestört. Auch dann, wenn eine Erkrankung noch nicht die Substanz verändert hat. In diesem Fall wird mit gängigen schulmedizinischen Verfahren nichts nachweisbar sein. Dennoch können Beschwerden bestehen, die auf die Akupunktur ansprechen.

Aus diesem Grund ist Akupunktur universell, also bei fast allen Symptomen, Beschwerden und Erkrankungen einsetzbar und kann hilfreich sein.

  • Moxibustion

Moxatherapie ist das Erwärmen von Akupunkturpunkten oder Körperarealen. Hierzu wird getrocknetes Beifußkraut in verschiedener Form entweder als Zigarre gerollt, als kleine Kegel oder als Moxawolle in einem Metallgefäß oder in einer Holzbox verwendet. Moxa erwärmt, vertreibt Kälte, stärkt das Yang und bewegt das Blut.

  • Schröpfen

Geschröpft wird mit speziellen Gläsern in denen ein Vakuum erzeugt wird, dadurch saugen sich die Gläser auf der Haut fest. Die Schröpfgläser können eine Zeitlang auf dem Körper belassen werden oder Körperareale können damit massiert werden. Durch das Schröpfen kann man pathogene Faktoren wie Kälte oder Feuchtigkeit aus dem Körper vertreiben, den Stoffwechsel aktivieren, Muskelverspannungen lockern oder das Immunsystem stärken.

  • Chinesische Phytotherapie

Die chinesische Kräutertherapie ist schon sehr alt. Sie wurde früher als alleiniges Heilsystem verwendet und hatte einen höheren Stellenwert als die Akupunktur. Heute werden Dekokte oft in Kombination mit der Akupunktur verabreicht.

Das ist deshalb sinnvoll, weil die Akupunktur auf das Energiesystem und die Funktion des Körpers einwirkt, die chinesischen Dekokte haben aber einen schnelleren positiven Einfluss auf die Körpersubstanzen wie Blut, Yin, Essenz und Flüssigkeiten. Das kann oft die Genesung unterstützten und beschleunigen.

In manchen Fällen ist es sogar unerlässlich chinesische Phytotherapie einzusetzen wie z.B. in der Gynäkologie, weil in der Frauenheilkunde Blut und Substanzen eine wichtige Rolle spielen.

Gut zu wissen:

Bei der chinesischen Medizin handelt es sich um eine Erfahrungsmedizin. Deren Wirkmechanismen und die Aussagen über deren Wirksamkeit beruht auf Überlieferungen und Erfahrungen. Sie sind wissenschaftlich nicht zu Hundertprozent bewiesen und halten in vielerlei Hinsicht einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand.  

Viele gehen davon aus, dass es sich bei den Erfolgen der TCM um einen Placeboeffekt handelt.

Weiterführende Infos über die chinesische Medizin finden Sie hier:

   Wissenswertes über die Akupunktur

Hier finden Sie genauere Informationen über die Akupunktur, Anwendung und Wirkweise

   Fünf Elemente in der chinesischen Medizin

Die fünf Elemente oder fünf Wandlungsphasen sind ein sehr interessantes Konzept der chinesischen Medizin. Es veranschaulicht auf eine bildhafte Art und Weise wie die Welt funktioniert und in sich wirkt. Es kann in vielen Bereichen genutzt werden, unter anderem in der Medizin, der Psychologie und der Ernährung.

   Chinesische Arzneimitteltherapie

Hier finden Sie wertvolle Informationen über die chinesische Phytotherapie.

  TCM Ernährung, oder Ernährung nach den fünf Elementen

Die fünf Elemente Ernährung basiert auf dem Konzept der fünf Elemente und bietet eine neue und hilfreiche Sichtweise auf Nahrungsmittel und Ernährung.

  Frauenheilkunde in der TCM

Die chinesische Medizin ist eine wertvolle Ergänzung in der Frauenheilkunde. Hier finden Sie eine Menge Informationen darüber.

   Indikationen der TCM

Traditionelle Anwendung der Chinesischen Medizin.

   Fragen zu Akupunkturbehandlungen und Erfahrungswerte

 

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