Selbsthilfe – 9 Tipps bei Endometriose

Selbsthilfe bei Endometriose

Für Frauen, die an Endometriose erkrankt sind, ist guter Rat teuer. Eine häufig gestellte Frage in der Praxis lautet, was kann ich selbst tun? Deshalb habe ich dieses Thema aufgegriffen und möchte diese Frage beantworten. Es gibt eine Menge Dinge, die Sie selbst tun können. Auch wenn diese Maßnahmen wahrscheinlich nicht genügen werden, um Endometriose zu behandeln, werden sie jedoch unterstützend sein. Die Endometriose kann dadurch etwas ausgebremst werden.

Es ist wichtig selbst etwas zu tun, um den Prozess der Heilung zu unterstützen. Ich freue mich immer darüber, wenn Patientinnen danach fragen, um aktiv die eigene Heilung zu unterstützen.

Was ist Endometriose und was passiert da?

Endometriose ist eine tückische Krankheit, denn man weiß nicht, wodurch sie verursacht wird und es gibt bis heute keine zufriedenstellende Therapie. Endometriumszellen (Zellen der Gebärmutterschleimhaut) siedeln sich außerhalb der Gebärmutter an. Das kann irgendwo im Bauchraum sein. In der Nähe der Blase, des Darms oder der Eierstöcke. Dort wachsen sie weiter, schwellen durch die zyklischen Hormone jeden Monat an und bluten wieder ab. Ganz genauso wie die Gebärmutterschleimhaut, die bis zum Eisprung dicker wird, um ein Embryo zu empfangen und zu nähren. Findet keine Schwangerschaft statt, dann wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und es kommt zur Menstruationsblutung. Dasselbe passiert mit den Endometrioseherden irgendwo im Bauchraum. Nur, dass hier das Blut nicht abfließen kann, sondern vom Körper absorbiert werden muss. Das ruft ganz viele Immunzellen und Fresszellen auf den Plan. Sie versuchen die Situation unter Kontrolle zu bekommen. Der Körper bemüht sich, sich selbst zu behelfen und erzeugt Entzündungen und immunologische Reaktion im Bauchbereich.

Symptome bei Endometriose

Wenn die Endometrioseherde an einer ungünstigen Stelle sind, dann kann das diverse Beschwerden verursachen, wie zum Beispiel starke Schmerzen und wehenartige Krämpfe bis hin zur Ohnmacht. Ferner Schmerzen beim Sex, Probleme mit dem Wasserlassen oder mit dem Stuhlgang.

Es ist jedoch auch möglich, dass überhaupt keine Schmerzen vorhanden sind. Oft ist die Endometriose ein Zufallsbefund. Bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, wenn sonst alles in Ordnung ist, wird Endometriose vermutet und manchmal gezielt danach gesucht. Denn Endometriose ist ein häufiger Grund bei unerfülltem Kinderwunsch.

Siehe auch: Kinderwunsch Heilpraxis

Die Behandlung von Endometriose

Von Seiten der Schulmedizin wird Endometriose entweder operiert oder medikamentös behandelt. Das geschieht in der Regel mit Gestagenen. Diese verhindern, einen regulären Menstruationszyklus und führen dazu, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht aufbaut. Auf diese Art und Weise werden auch die Endometrioseherde trockengelegt und können nicht weiterwachsen. Dabei findet meist kein Eisprung statt. Der Nachteil ist, dass Frauen in eine Art künstliche Wechseljahre versetzt werden. Bei Frauen mit Kinderwunsch ist das keine Lösung, weil eine Schwangerschaft dadurch so gut wie ausgeschlossen ist.

Doch auch für Frauen ohne Kinderwunsch ist das keine zufriedenstellende Therapie, denn wenn kein Eisprung stattfindet und kein regulärer Zyklus, dann wird das Hormongleichgewicht empfindlich gestört. Die weiblichen Hormone haben vielfältige Wirkung, sie sind für die Fruchtbarkeit wichtig, aber sie haben auch auf die Psyche der Frau eine enorme Wirkung. Ausserdem wirken sie überall im Körper und haben Einfluss auf viele andere Körperfunktionen. Viele Frauen fühlen sich deshalb damit nicht sehr wohl. Wenn die Endometriose jedoch sehr schnell wachsend und aggressiv ist oder sehr starke Beschwerden bestehen, wird man nicht drumherum kommen auch medikamentös zu behandeln. Zumindest vorübergehend.

Eine weitere Möglichkeit ist die operative Entfernung mittels Laparoskopie. Dabei können nicht immer alle Herde entfernt werden. Leider besteht die Gefahr, dass die Endometriose zurückkommt, deshalb wird anschließend zusätzlich medikamentös behandelt oder den Frauen wird zu einer baldigen Schwangerschaft geraten. Denn eine Schwangerschaft ist eine Art Therapie für die Endometriose. Operationen sollten nicht zu oft wiederholt werden, weil das Vernarbungen hinterlassen kann. Deshalb ist nach einer Operation oberstes Ziel ein erneutes Wachstum der Endometrioseherde zu verhindern.

Ursache für Endometriose aus Sicht der TCM

Die TCM erklärt die Endometriose mit einer schlechten Zirkulation von Qi und Blut im Bauchraum. Es kommt zu Stagnation von Energie und von Blut. Durch diesen Stau wandern Endometriumszellen umher und setzten sich irgendwo im Bauchraum fest. Das kann man sich so ähnlich vorstellen wie im Straßenverkehr, wenn auf einer Kreuzung die Autos kreuz und quer stehen, sich gegenseitig blockieren und nichts mehr vorangeht. Dann landet man in einer Nebenstraße, wo man eigentlich gar nicht hinwollte.

Blut und Qi Stagnation kann zu stofflichen Ansammlungen führen (Endometriose) und zu Schmerzen. Schmerzen, vor allem fixierte Schmerzen,  werden in der TCM mit Blutstasis erklärt. Diese Erklärung liefert uns auch einen Behandlungsansatz und führt uns zu den Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, um sich selbst zu unterstützen.

Ziel einer Behandlung bei Endometriose ist es Qi und Blut zu bewegen und die Ursache zu behandeln, die dazu führt. Die Ursache für Qi und Blutstasis ist von Frau zu Frau unterschiedlich und kann nur mithilfe der TCM-Diagnose ermittelt werden.

Doch wenn Sie selbst Dinge tun, um das Qi- und Blut zu bewegen, dann kann das schon sehr hilfreich sein. Auch wenn Ihnen die eigentliche Ursache, die dahinter steht nicht bekannt ist.

9 Tipps bei Endometriose

Und nun zu den Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können.

1. Sorgen Sie für warme Füße

Kalte Füße kommen bei Frauen sehr oft vor. Sie zeigen an, dass Kälte im Körper besteht oder ein niedriger Blutdruck und eine schlechte Zirkulation. Sie sind ein Symptom und nicht die Ursache. Jedoch, so wie bei vielen Dingen geht es oft in beide Richtungen. Wenn Sie für warme Füße sorgen, dann hilft das ihrem gesamten Körper Wärme zu erzeugen und zu speichern.

Sorgen Sie deshalb für warme Füße und eine gute Blutzirkulation im gesamten Körper. Immer wenn Sie kalte Füße haben machen Sie ein warmes Fußbad. Ölen Sie die Füße ein und verbinden Sie das mit einer Fußmassage oder lassen Sie sich die Füße massieren. An den Fußsohlen befinden sich viele Reflexpunkte. Durch eine Fußmassage aktivieren Sie die Funktionen des gesamten Körpers und sorgen so für eine gute Zirkulation. Verwendung von Zimteinlagen, Wechselbäder, warme Socken und passende Schuhe sind zusätzlich hilfreich.

2. Warme Nieren

Halten Sie den Bauch und die Nierengegend warm. Verwenden Sie  keine bauchfreien Tops und Stringtangas, die den Bauch auskühlen lassen. Die Nieren haben in der chinesischen Medizin sehr viel mit dem Unterleib, den weiblichen Organen, dem Zyklus und der Fruchtbarkeit zu tun. Sie produzieren die Wärme, die der gesamte Körper braucht um seine Stoffwechselprozesse in Gang zu halten. Besonders bei Schmerzen und Stagnation im Untereleib sollten Sie auf ausreichenden Schutz der Nieren achten.

3. Binden anstatt Tampons verwenden

Tampons führen zu einem künstlichen Stau und verhindern das Abfließen des Menstruationsblutes. Es ist für viele junge Frauen heute kaum vorstellbar den Tampon durch Binden zu ersetzen. So sehr haben wir uns an Tampons gewöhnt. Zugegeben, Binden sind nicht das Bequemste und die Gerüche, die entstehen wenn sich das Blut zersetzt, machen sie nicht angenehmer. Dennoch empfehle ich Tampons zu verbannen und sie nur gelegentlich zu verwenden, denn sie behindern den Menstruationsfluss und verstärken Blockaden. Man kann sich mit Binden anfreunden! Benutzen Sie die Biovariante, ohne zusätzliche Duftstoffe und Plastikanteil, weil diese ein hervorragendes Milieu für Pilze und Bakterien bilden. Während den Tagen ist es eh empfehlenswert etwas kürzer zu treten. Keinen extremen Sport zu treiben und auch nicht schwimmen zu gehen. Die Menstruation ist eine Zeit des Rückzuges und der Innenschau. Gönnen Sie sich das!

4. Keinen Sex während der Periode

Sex während der Menses führt zu einem Stau des Menstruationsblutes. Deshalb ist es gut während der Menstruation auf Sex zu verzichten. Für Frauen, die nicht schwanger werden möchten scheint die Zeit der Menstruation ideal für Sex zu sein. Doch leider stört Sex während der Menstruation den regulären Blutfluss. Die Energie ist während der Menstruation nach unten gerichtet, also ableitend und abgebend. Beim Sex nimmt die Frau den Mann in sich auf. Die Energie ist aufnehmend und aufsteigend.

5. Stress abbauen und entspannen

Hektik und Stress führen zu einer Stagnation der Energie (Qi-Stagnation). Als Folge dessen stagniert auch das Blut. Was Stress mit der Energie macht können Sie direkt beobachten. Der gesamte Körper ist angespannt, der Nacken, der Rücken und auch der Bauch. Viele Frauen sind in Daueranspannung und merken es nicht. Das scheint der Normalzustand zu sein. Doch Stress stört viele Funktionen im Körper. Bein innerer Anspannung fließt die Energie im gesamten Körper nicht mehr regulär. Das kann sich in vielen Bereichen auswirken, so auch auf die Menstruation und auf den Blutfluss. Stress ist etwas was Endometriose begünstigt. Deshalb schaffen Sie sich Oasen der Ruhe und halten Sie immer wieder Rückschau. Spüren Sie immer wieder in sich hinein. Erstmal geht es darum überhaupt zu bemerken, dass Sie angespannt sind. Im zweiten Schritt finden Sie Möglichkeiten, die zu Ihnen passen, um Stress zu reduzieren und entspannter durchs Leben zu gehen.

6. Psyche aufräumen

Emotionaler Stress hat eine ähnliche Wirkung wie Hektik und äusserer Stress und geht sogar noch ein bisschen tiefer. Die Endometriose kann ein Anlass sein, um psychische Themen aufzuräumen und möglicherweise eine andere Richtung im Leben einzuschlagen. Manche Frauen wissen sofort was ihr Thema ist. Viele jedoch nicht. Denn wenn sich eine Erkrankung somatisiert hat, also sich durch körperliche Veränderungen zeigt, dann ist es oft unbewusst. Eine körperliche Erkrankung, die so massiv ist und für die es keine schnelle Heilung gibt ist wie ein Wink mit dem Zaunpfahl. Der Körper lebt das aus, was man tief verdrängt hat und nicht wahrhaben will. Deshalb muss man manchmal tiefer graben und bereit sein seine Themen anzuschauen. Doch es lohnt sich. Packen Sie es an!

7. Darmpflege

Darmgesundheit ist ein wichtiges Thema bei Endometriose. Warum? Alles was im Darm nicht gut läuft wirkt sich unmittelbar auf den Bauchraum aus und kann eine Endometriose begünstigen. Ohne sich um den Darm zu kümmern kann man nur schwer eine Endometriose behandeln. Das gilt besonders dann, wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten bestehen. Diese gilt es festzustellen und zu behandeln. Zum Thema Darm habe ich schon viel geschrieben. Bitte lesen Sie es dort nach.

weiterführende Infos:

Ganzheitliche Darmsanierung

Wellnesstage für den Darm

Darmstörungen

Der Darm und die Psyche

8. Moderate Bewegung

Bei Endometriose ist es sehr wichtig einen Ausgleich durch sportliche Betätigung und Yoga zu schaffen. Es ist wichtig in Bewegung zu bleiben, um die Zirkulation im Körper zu fördern. Aber bitte keinen Leistungssport oder zu viel Ehrgeiz. Es geht mehr darum den Körper im Flow zu halten. Leistungssprort und zu viel Ehrgeiz ist eher kontraproduktiv. Besser ist es die Bewegung zu genießen, auf den Körper zu hören und auf das was Spaß macht.

9. Durchblutung fördern

Durchblutung ist ein wichtiges Thema bei Endometriose, das dürfte inzwischen klar sein.

a. Innerlich

Durch geeignete Tees. Hier hat sich Curcuma sehr gut bewährt. Curcuma ist gut für die Leber und bewegt das Blut. Goldene Milch zum Beispiel oder Teemischungen mit Gelbwurz. Ebenso Safran. Hierzu gibt es viele Rezepte und Anregungen im Internet.

Doch Vorsicht, bei Kinderwunsch und bei einer möglichen Schwangerschaft, nicht in der 2.ten Zyklushälfte verwenden. Auch kann der Pfeffer, der in vielen Rezepten von goldener Milch vorhanden ist, reizend auf den Darm wirken.

b. Äußerlich

Rizinusölwickel:

Sie benötigen Rizinusöl. Ein feuchtwarmes Handtuch. Ein trockenes Handtuch und eine Wärmflasche. Evtl. Entspannungsmusik oder Meditationen und eine Duftlampe.

Den Bauch dick mit Rizinusöl einölen, das feuchte Handtuch direkt auf den Bauch legen und dann das trockene Handtuch darüber. Anschließend die Wärmflasche. Für 20 Minuten entspannen.

Sie können das Ganze mit einer schönen Entspannungsmusik begleiten oder gleich ein Entspannungsritual daraus machen. Am besten 2-3x pro Woche

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