Psychische Belastung durch Kinderwunsch

Hilfe bei psychischen Problemen durch Kinderwunsch

Wie kann man es schaffen entspannt zu bleiben bei unerfülltem Kinderwunsch? Gibt es Tipps was ich selbst tun kann, um locker zu bleiben und mit Stimmungsschwankungen besser umzugehen? Was kann helfen, um nach einer erfolglosen ICSI nicht in ein tiefes seelisches Loch zu fallen? Diese und ähnliche Fragen werden mit in der Praxis von Kinderwunschpatientinnen häufig gestellt. In diesem Artikel möchte ich sie gerne beantworten.

Wenn der Kinderwunsch lange nicht erfüllt bleibt, dann hat das, starke Auswirkungen auf die Psyche der Frau. Frauen berichten häufig, dass sie zuvor ein glückliches und erfülltes Leben hatten oder zumindest keine großen Belastungen oder psychischen Problemen. Dann entwickelten sie einen Kinderwunsch, der sich über einen längeren Zeitraum nicht erfüllt hat und sie erkennen sich selbst nicht wieder. Oftmals ist der nicht erfüllte Kinderwunsch nicht nur eine massive Belastung für die Psyche der Frau, sondern auch für die Paarbeziehung. Viele Frauen erleben ein auf und ab der Gefühle. Euphorie und Hoffnung wechseln sich mit tiefer Traurigkeit, Selbstzweifeln, Schuldgefühlen und Ängsten ab.

In einem einzigen Monatszyklus erleben Frauen eine unglaubliche Bandbreite an Emotionen. Das fühlt sich wie eine emotionale Achterbahn an. Es ist nicht leicht das abzufedern. Die Partner stehen oft daneben und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen.

Hinzu kommt, dass viele Frauen zusätzliche stark wirksame und hochdosierte Medikamente und Hormone einnehmen, die ebenfalls sehr auf die Psyche einwirken.

Paare mit Kinderwunsch sind oft isoliert. Manchmal besteht Druck seitens der Familie und Fragen, wann es denn endlich soweit sei, mit dem Baby. Besonders schwierig wird es für alle Frauen mit Kinderwunsch, wenn im Freundeskreis oder im engen Familienkreis andere Frauen schwanger werden und sie mit ansehen müssen, wie leicht und schnell es bei anderen klappt. Das zehrt am Selbstwertgefühl und erzeugt gleichzeitig Schuldgefühle. Eigentlich möchten sich die Frauen gerne mitfreuen. Stattdessen fallen sie in ein tiefes Loch und können sich so gar nicht für die Freundin oder die Schwester freuen, so wie sie es gerne wollten. Scham- und Schuldgefühle gesellen sich hinzu.

Aus den vormals fröhlichen, erfolgreichen Frauen, die gut im Leben standen werden völlig zermürbte und überforderte Wesen.

Was kann da Erleichterung bringen?

Meine 11 Empfehlungen bei psychischer Belastung durch unerfüllten Kinderwunsch

1. Gewinnen Sie Abstand

Wenn wir etwas wirklich wollen, dann neigen wir dazu gedanklich und emotional voll einzusteigen. Das ist auch wichtig, um Ziele zu erreichen. Doch je mehr wir einsteigen und je mehr wir uns damit identifizieren desto mehr werden wir davon absorbiert.

Bei unerfülltem Kinderwunsch ist es gut und wichtig immer wieder Abstand zu gewinnen.

Meditative Übung:

Stellen Sie sich vor, wie Sie im Kino sitzen und betrachten Sie sich und ihr Leben auf einer Leinwand. Betrachten Sie sich von außen.  Die Person, die sie auf der Leinwand sehen ist eine Schauspielerin, die ihr Leben spielt. Was fällt ihnen auf? Was würden Sie ihr raten?

Übung für den Alltag:

Immer wenn negative Gedanken und Gefühle auftauchen in Bezug auf den Kinderwunsch, dann bemerken Sie diese und benennen sie sie. „Ah, ich fühle mich traurig, verzweifelt etc.“

„Ah, ich denke gerade über den Kinderwunsch nach. Das sind meine Gedanken! “ Bemerken Sie auch Ihre Gefühle und benennen Sie diese. Das wird Ihnen helfen sich davon zu distanzieren.

Spüren Sie in ihren Körper hinein.

Wie fühlt sich der Körper gerade an, wenn diese Gedanken denken?

Gehen Sie bewusst mit ihren Gefühlen und Gedanken um. Das wird Ihnen helfen Abstand zu gewinnen. Sie sind weder Ihre Gedanken noch in Ihre Gefühle. Bemerken Sie wer diese Gefühle und Gedanken wahrnimmt.

2. Erinnern Sie sich wer Sie wirklich sind

Wir Menschen sind es gewohnt uns mit unserer Person, mit unserem Beruf und mit unseren Wünschen und Zielen zu identifizieren. Doch wir sind weit mehr als das. Wir sind Seele und Geist, der mehr ist und größer als das was wir im Moment leben. Erinnern Sie sich immer wieder daran. Und nehmen Sie alles zur Hilfe was Sie dabei unterstützt sich darauf zu besinnen. Das können erbauliche Texte sein, spirituelle Inhalte, Meditationen, Aufmerksamkeitsübungen oder tiefgründige Gespräche.

3. Erinnern Sie sich wer sie waren

Wie war ihr Leben, bevor Sie den Kinderwunsch hatten? Wie haben Sie gelebt, gefühlt, geredet? Wenn es gut war, dann knüpfen Sie daran an.  Erinnern Sie sich an das Gute und holen Sie es in die Gegenwart.

4. Kommunizieren Sie richtig

Reden Sie über Ihren Kinderwunsch. Sie werden feststellen, dass unerfüllter Kinderwunsch weit verbreitet ist. Fast jeder kennt jemanden, der dasselbe durchgemacht hat. Vielleicht bekommen Sie sogar hilfreiche Tipps, Kontakte und Adressen, die Ihnen weiterhelfen.

Tun sie das nüchtern und abstrakt. Versuchen Sie kein Mitleid zu erzeugen. Mitleid ist nicht hilfreich, das zieht nur herunter. Verständnis und Mitgefühl: Ja! Mitleid: Nein!

Nehmen Sie Abstand von Menschen, die Sie herunterziehen.

5. Vorsicht bei Selbsthilfegruppen

Auf Facebook, Instagram und den sozialen Netzwerken gibt es einen regen Austausch über alle möglichen Problemthemen. Unter anderem über unerfüllten Kinderwunsch. Dort tauschen sich Frauen über diverse Einzelheiten aus. Dabei erzählen sie über ihren Eisprung und berichten über ihre missglückten ICSI Versuche, über ihren Menstruationszyklus, aktuelle Follikelreifung, psychischen downs and ups. Jedes noch so kleine Detail wird thematisiert und geteilt. Auf den ersten Blick, scheint das Erleichterung zu bringen sich mit Gleichgesinnten so detailliert auszutauschen und Verständnis zu bekommen.

Dennoch rate ich davon ab. Es ist nicht sinnvoll sich ständig mit dem Kinderwunsch und Problemen zu beschäftigen. Diese Art von Communitys binden die Aufmerksamkeit auf Probleme, Misserfolge und schlechte Gefühle. Auch wenn es ab und zu Erfolge gibt und Frauen schwanger werden. Was hilft es Ihnen anderen beim schwanger werden zuzusehen?

Selbst wenn es kurzzeitig Erleichterung bringt sich mitzuteilen, Aufmerksamkeit und Anteilnahme zu bekommen oder sich mal so richtig auszukotzen. Auf Dauer bindet es ihren Geist immer mehr. Ziel ist es Abstand zu bekommen. Innerlich immer weiter zu werden anstatt immer enger.

Solche Gruppen führen dazu, dass Sie nicht nur mit ihren eigenen Gefühlsschwankungen konfrontiert sind, sondern sie erleben die Probleme und die Leiden der anderen mit. Das macht alles nur noch schlimmer.

Mein dringender Appell an Sie, tun Sie sich etwas Gutes und halten Sie sich davon fern.

6. Lenken Sie sich ab

Tun Sie alles, um auf andere Gedanken zu kommen und Ihren Focus zu weiten. Machen Sie Sport. Treffen Sie sich mit Freunden. Beschäftigen Sie sich gedanklich mit anderen Dingen. Lernen Sie etwas Neues oder pflegen Sie Ihre Hobbys. Nehmen Sie alles in Anspruch was ihre Zeit erlaubt.

7. Packen Sie sich einen Notfallkoffer

Ein Notfallkoffer ist etwas was Ihnen hilft, wenn Sie Gefahr laufen in ein psychisches Loch zu fallen oder schon mittendrin sind.

Packen Sie Ihren Notfallkoffer, solange Sie guter Stimmung sind und nicht erst wenn es Ihnen schlecht geht. Packen Sie alles rein was Ihnen hilft und Sie aufbaut. Schreiben Sie auf was Ihnen gut tut, was motivierend ist.

Wenn es Ihnen schlecht geht, dann erinnern Sie sich an Ihren Koffer. Öffnen Sie ihn und holen Sie sich das heraus was gerade möglich und hilfreich ist.

Seien Sie kreativ beim Packen des Koffers!

8. Schreiben Sie Tagebuch

Machen Sie es sich zur Gewohnheit jeden Tag alles von der Seele zu schreiben. Schreiben Sie alles auf was Ihnen in den Sinn kommt. Rechtschreibung, gute Formulierungen und Kommasetzung sind egal. Es geht nicht darum ein Tagebuch zu schreiben welches der Welt erhalten bleibt, auch müssen Sie es nicht nochmal lesen. Sondern es geht darum, dass Sie sich alles von der Seele schreiben und ihren Geist entleeren.

9. Fokussieren Sie sich auf das Positive

Führen Sie sich ein Glückstagebuch. Schreiben Sie sich jeden Tag auf was gut war. Das können Kleinigkeiten sein. Ein freundliches Lächeln, ein schönes Bad, ein gutes Gespräch. Es geht darum ihren Geist auf das Positive und das Gute im Leben zu fokussieren. Wenn Sie das ein Zeitlang gemacht haben werden Sie feststellen, dass sich Ihr Focus automatisch ändern wird. Sie können sich selbst daran trainieren das Gute zu sehen und es dadurch immer mehr in Ihr Leben zu ziehen.

10. Beten Sie!

Wenn Sie gläubig sind, dann beten Sie an das was Sie glauben. Wenn Sie nicht an Gott oder Ähnliches glauben, dann beten Sie an ihr höchstes Selbst. Ein paar Minuten genügen. Dadurch öffnen Sie eine neue Tür und den Weg zur Hingabe.

11. Seien Sie dankbar!

Betrachten Sie ihr Leben und all das was gut ist. Sie werden feststellen, dass eine Menge ist.

Weitere Hilfestellung und Therapie:

Wenn Sie zusätzlich psychische Unterstützung brauchen, dann dürfen Sie sich gerne an mich wenden.

Ich unterstütze Sie gerne mit spiritueller Psychotherapie, Sat Nam Rasayan, Beratung und Coaching. Auch Online.

Email schreiben

Wenn Sie Probleme in der Partnerschaft oder Sexualität haben, wenden Sie sich gerne an meine Kollegin Gabrielle Aigner.

Paartherapie, Sexualtherapie und Coaching

Weiterführende Infos:

Psychotherapie Kiwu

Spirituelle Psychotherapie

Meditatives Heilen

Sei der Erste, der das kommentiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.