Der Darm und die Psyche

Wie Ernährung und die Darmflora unsere Gefühle beeinflussen

In den letzten Jahren gibt es immer mehr Studien und wissenschaftliche Untersuchungen über die Darmflora. Die Ergebnisse dieser Studien geben Hinweise darauf, dass die Zusammensetzung der Darmflora eine enorme Auswirkung auf die Psyche hat. Man hat herausgefunden, dass psychische Symptome und Erkrankungen, wie Schlafstörungen und Depression eine Folge der Zusammensetzung der Darmbakterien sein können.

Sowohl in der westlichen Naturheilkunde, als auch im Ayurveda und auch in der chinesischen Medizin ist bekannt, dass Emotionen, Wohlbefinden und seelische Balance mit der Ernährung und dem Magen Darm zusammenhängen.

Der Darm in der westlichen Naturheilkunde

In der Naturheilkunde weiß man schon lange, dass bestimmte Ernährungsformen sauer machen. Hier spricht man von Übersäuerung des Organismus. Ein Konzept welches lange Zeit und teilweise heute noch belächelt wird. Wenn der Organismus übersäuert ist dann neigt man zu Gereiztheit bis hin zu Aggression. Fast Food, zu viel Fleischprodukte, Eiweiß, Kaffee und Genussmittel können den Körper übersäuern. Basische Lebensmittel und eine vegetarische Lebensweise mit viel Gemüse und Obst wirken dem entgegen.

Schwankungen des Blutzuckerspiegels, durch zu viel Zucker und Weißmehlprodukte, können nicht nur zu Diabetes und Übergewicht führen, sondern auch zu gefühlsmäßigen Achterbahnfahrten.  Wenn der Blutzucker schwankt dann kann das zu Unruhe, Gereiztheit und Hyperaktivität führen. Ferner zu einem Wechsel zwischen innerer Getriebenheit und anschließender Schlappheit. Logisch erscheint es, dass sich auch die Darmflora verändert, denn im Darm siedeln sich selbstverständlich die Bakterien an, die ihr Lieblingsfutter bekommen.

   Der Darm in der TCM

In der TCM weiß man schon lange, dass Hitze im Magen Unruhe und Schlafstörungen verursachen kann. Hitze im Magen entsteht, wenn man abends zu viel isst und das Essen nicht richtig verdaut wird. Hitze entsteht auch besonders dann, wenn man Alkohol konsumiert und erhitzende Nahrungsmittel zu sich genommen hat.

Ferner weiß man aus der TCM, dass eine Ernährungsweise, die Feuchtigkeit im Körper verursacht zu Schwere, Lustlosigkeit und depressive Verstimmungen führen kann. Ferner zu immer wiederkehrenden kreisenden Gedanken und den Hang zu Grübeln.

Die Ernährung und die Verdauung hat in der TCM einen engen Bezug zur Psyche und zum seelischen Wohlbefinden.

Weiter Informationen:

TCM Ernährung

 Darm und Emotionen im Ayurveda

Im Yoga, welches sich nach der ayurvedischen Medizin richtet wird dagegen empfohlen tamasische Lebensmittel zu meiden, wenn man sich leicht fühlen will und der Geist klar bleiben soll. Tamasische Lebensmittel sind schwer und fleischlastig.

Im Ayurveda gibt es die Theorie von den drei Gunas, das sind Grundeigenschaften des Lebens.

Sattva steht mit Licht, Leichtigkeit, Reinheit und Gelassenheit in Verbindung. Raja hat Bezug zu Bewegung, Aktivität, Emotion und Leidenschaft. Tamas ist Materie, Schwere, Substanz und Trägheit.

Lebensmittel und Gewürze werden diesen drei Gunas zugeordnet. Je nachdem welcher Ernährungsweise man dem Vorzug gibt, stärkt man entsprechende Qualitäten und die damit verbundenen emotionalen Zustände.

Die Naturheilkunde aus allen Traditionen kennt den Bezug zwischen Darm, Verdauung, Psyche und Geist. „Du bist was Du isst“, sagt der Volksmund.

Wie gut, dass es jetzt auch immer mehr Studien dazu gibt, in denen der Zusammenhang zwischen Darmflora und seelischem Befinden untersucht wird. Diese Botschaft wird nun auch die Menschen erreichen, die sonst wenig mit Naturheilkunde am Hut haben.

Die Darmbakterien – unsere Mitbewohner und Zuflüsterer

Je nachdem was wir essen fördern oder hemmen wir bestimmte Darmbakterien. Das wiederum hat Einfluss auf unsere Psyche. Unsere ständigen Mitbewohner senden Signale an uns, die uns beeinflussen. Sie bevorzugen das Futter in dem sie am besten gedeihen. Sie flüstern uns durch biochemische Signale zu, welche Nahrung sie bevorzugen und schon bekommen wir Heißhunger auf genau diese Nahrungsmittel und können nur schwer widerstehen. Somit sind wir Sklaven unserer Darmbakterien, wenn wir nicht bewusst dagegen steuern. Doch das ist gar nicht so einfach, denn wir werden andauernd von den hungernden Bakterien beeinflusst. Das macht es so schwierig die Ernährung umzustellen. Deshalb geht eine radikale Ernährungsumstellung meistens mit Krisen einher.

Der Satz „Hör in dich hinein und dann weißt du schon was dein Körper braucht!“ ist deshalb nicht immer hilfreich. Der Körper weiß zwar was er braucht und flüstert uns das zu, aber die Darmbakterien auch. Wir lieben die Nahrung an die wir uns gewöhnt haben, weil wir dadurch entsprechende Darmbakterien gezüchtet haben.

Wie die Psyche den Darm beeinträchtigt

Der Darm, die Nahrung und die Darmflora haben einen Einfluss auf unsere Gefühle, doch das ist andersherum genauso. Unsere Gefühlslage beeinflusst die Magen-Darm-Funktion.

Emotionale Belastungen schlagen auf den Darm, das ist wohl jedem bekannt. Der Bauch hat viel mit Gefühlen zu tun, man denke an das berühmte Bauchgefühl. Gefühle scheinen regelrecht im Bauch zu wohnen. Besonders Kinder reagieren bei seelischem Unwohlsein mit Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen. Doch warum ist das so?

Über den Magen-Darm-Trakt nehmen wir Nahrung in uns auf, die uns nähren und am Leben erhalten soll. Nahrung ist die materielle Grundlage unseres Daseins, gleichzeitig ist sie Information, die von außen auf uns einströmt. Das Verdauungssystem ist eine Oberfläche, welche sich im inneren des Körpers befindet. Es ist eine innere Oberfläche und eine Kontaktfläche zur Außenwelt. Erst wenn wir die Nahrung aufgenommen, aufgeschlüsselt und verarbeitet haben kann sie endgültig ins Blut und ins eigene System aufgenommen werden. Erst dann ist sie eigentlich im Körper. Der Darm reagiert also mit Information der Außenwelt. Wenn Dinge und Informationen von außen auf uns einströmen, die wir nicht aufnehmen können, weil wir nicht damit konformgehen, weil es uns nicht schmeckt, immer dann reagiert das Verdauungssystem. Meist sind das sehr unbewusste Themen, denn der Darm und der Bauch sind unten. Alle Organe, die unterhalb der Taille und des Zwerchfells liegen haben mit unbewussten Anteilen unseres Seelenlebens zu tun. Die Dinge liegen im Verborgenen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der besonders in der modernen Zeit zum Tragen kommt ist die Fülle an Informationen und Stoffen. Es strömt einfach zu viel auf uns ein was wir nicht wirklich aufnehmen und verarbeiten können. Das sind sowohl Informationen als auch an stofflichen/chemischen Substanzen. Nicht nur Stress und Hektik beeinträchtigen das Verdauungssystem, sondern auch die vielen komplexen chemischen Stoffe mit denen wir konfrontiert sind. Diese sind einzeln harmlos, aber in der Summe kommt der Darm damit nicht klar.

Das mag erklären warum Darmerkrankungen und besonders Probleme mit Reizdarm immer mehr zunehmen.

Weitere Informationen:

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