Gynäkologische Blutungen – psychospirituelle Bedeutung

Die Monatsblutung kommt und geht ohne, dass sie Beschwerden verursacht. So sollte es sein! Für sehr viele Frauen ist es jedoch ganz anders; manche haben starke Schmerzen und andere bluten richtiggehend aus. Wenn die Menstruationsblutung zu stark ist oder nicht aufhören will, dann ist das nicht nur lästig, sondern kann lebensgefährlich sein. Es gibt Frauen, die kollabieren und mit Infusionen behandelt werden müssen, andere fühlen sich dadurch geschwächt, dünnhäutig und nicht ganz in ihrer Kraft. Das sind die Auswirkungen. Doch was sind die Ursachen? Es gibt aus der Sicht der Naturheilkunde und der TCM eine Reihe von Ursachen auf der körperlichen Ebene. Da kann man mit der Diagnose und Behandlung ansetzen. Zusätzlich hängen körperliche Phänomene immer mit seelischen und geistigen Aspekten zusammen. Wenn eine Frau stark blutet oder die Menstruationsblutung ständig vor sich hin tröpfelt, dann Fragen sich viele Frauen warum ist das so? Hat das vielleicht etwas mit meiner Psyche zu tun? Und wenn ja, was? Welche innerseelischen Umstände führen dazu, dass Frauen außergewöhnlich starke oder lange Menstruationsblutungen haben. In diesem Artikel werde ich genauer darauf eingehen, damit du Anhaltspunkte bekommst, wo du bei dir hinschauen kannst, um deinem Thema auf die Spur zu kommen. Auch wenn man bei gynäkologischen Blutungen sehr gut mit Naturheilkunde helfen kann, lohnt sich auch ein Blick auf die Psyche. Letztendlich ist jede Erkrankung ein Weckruf genauer hinzuschauen, um an seinen Themen und Problemen zu wachsen.

Die Blutung aus spiritueller Sicht

Mond und Frau

In der Antike hat man Wein auf die Erde vergossen, um die Götter wohlwollend zu stimmen. Wein war ein Symbol für Blut. Im übertragenen Sinne hat man Blut vergossen, ein Opfer gebracht, um etwas anderes dafür zu bekommen.

Genauso vergießen Frauen jeden Monat ihr Blut. Sie bringen ein Opfer, um fruchtbar sein zu können und Kinder zu gebären.

Warum ist das ein Opfer? Blut ist ein kostbarer Saft. In der chinesischen Medizin gilt Blut als der materielle Träger des Bewusstseins. Wir geben jeden Monat etwas sehr Kostbares von uns. Dieses Blut muss Monat für Monat wieder aufgebaut und nachgebildet werden. Das ist ein kräfteraubender Vorgang.

Im Blut werden alle Bestandteile im gesamten Körper transportiert, die wir benötigen, um uns selbst zu erhalten. Es nährt unseren Körper und unseren Geist.

Starke und verlängerte Blutungen - Bedeutung

gynäkologische Blutungen

Es gibt sehr unterschiedliche psychospirituelle Gründe, die zu starken und verlängerten Blutungen führen können. Grob gibt es zwei grundlegende Ursachen für abnormale Blutungen. Zum einen sind es Blutungen wegen zu stark gestauter Energie. Das sind Frauen, die eigentlich viel Kraft haben und diese auch einsetzen, aber nicht immer im Interesse ihrer eigenen Seele und Bestimmung. Zum anderen kommt es zu verlängerten und vor sich hin tröpfelnden Blutungen bei Frauen, die eher geschwächt sind und ihre eigene Energie nicht halten und bewahren können.

Unterdrückter Zorn

Wut, die im inneren kocht und nicht ausgedrückt werden darf, kann Anspannung in Gefühlen und Gedanken erzeugen. Wir werden wütend. Es kann sein, dass die Wut direkt als solche gespürt wird. Möglich ist auch, dass sich das als Unruhe, oder Schaffensdrang zeigt. Wie auch immer, es erzeugt Hitze, die das Blut unkontrolliert aus dem Körper treibt.

Was kann sich dahinter verbergen? Möglicherweise kannst du dein Leben nicht so leben wie du möchtest. Vielleicht fühlst du dich ausgebremst. Es kann sein, dass du richtig wütend wirst und in Hauruckaktionen mit Gewalt versuchst dich aus diesen Situationen zu befreien. Vielleicht gelingt dir das manchmal, doch oft wird es so sein, dass du tief innen das Gefühl hast, nicht wirklich das zu Leben was DU eigentlich möchtest. Du fühlst dich fremdbestimmt, doch du bist eine zu starke Persönlichkeit und bäumst innerlich unbewusst dagegen auf. Du wirst zornig, doch dein Zorn richtet sich auf Nebenschauplätze. Denn wie gesagt, das Thema ist meist unbewusst oder bestenfalls halbbewusst. Wenn innerseelische Konflikte somatisiert werden, dann sind sie so widersprüchlich, dass wir es uns nicht erlauben sie an die Oberfläche kommen zu lassen. Deshalb ist das Ventil, der Körper. Sie manifestieren sich als körperliche Erkrankung, als Symptom oder Phänomen.

Es kann auch sein, dass die Pferde mit dir durchgehen und du unbedingt etwas ganz Bestimmtes erreichen möchtest, aber dabei den Kontakt zu deinem tiefen inneren verlierst.

 

Unterdrückter Zorn wird nicht immer als Zorn empfunden, es kann sich als Rechthaberei äußern, als übermäßige Schaffenskraft, als exzessives Leben oder Arbeiten. Zu viel Sport, zu viele Partys, zu viel Arbeiten, zu viel kämpfen, sich einsetzen für eine gute Sache, für das Gute kämpfen, übermäßige Hilfsbereitschaft etc.. Zorn hat viele Gesichter.

Das Gute am Zorn

Wut ist an sich nicht negativ. Es ist eine Kraft, die dazu da ist zu erschaffen. Der positive Aspekt von Zorn ist der Wunsch schöpferisch tätig zu sein. Eine freie Bahn zu schaffen, um das was in uns steckt im Außen zu manifestieren. Wenn wir nicht wissen wer wir wirklich sind, was wir wirklich wollen und was wir wirklich erschaffen wollen, dann ist diese Kraft dennoch da. Sie zeigt sich dann, indem wir Nebenschauplätze eröffnen, oder für Dinge kämpfen, die nicht unserer inneren Bestimmung entsprechen. Irgendetwas tief innendrin ist nicht zufrieden damit. Wir sind so lange nicht in Frieden, bis wir gefunden haben was wir wirklich wollen, was wir erschaffen wollen. Das erzeugt Anspannung und Hitze und kann zu starken und verlängerten Blutungen führen.

Die Auswirkungen von starkem Blutverlust

Starke Blutungen führen zu enormem Blutverlust und zur Eisenmangelanämie. Zum einen schwächt das die körperliche Kraft und zum anderen die Fähigkeit sich zu fokussieren und auf sich selbst zu besinnen. Es kommt zur Zerstreutheit, Gereiztheit und innerer Unruhe. Das Selbstvertrauen wird schwächer. Somit wird es schwieriger herauszufinden wer du bist, was du wirklich willst und wie du es umsetzen kannst. Das ist ein Teufelskreis, den es zu stoppen gilt. Erstmal müssen die Blutungen gestoppt werden und überschüssige Hitze muss ausgeleitet werden. Energie und Blut müssen aufgebaut werden. Anschließend, kannst du dich deinen inneren Themen widmen, die damit zusammenhängen. Schiebe es aber nicht auf die lange Bank!

Fragen an dich

Die Fragen, die du dir stellen kannst, sind: Wo vergeude ich meine Kraft für fremde Belange? Wo lenke ich mein Bewusstsein und meine Energie auf Themen, die nicht meine sind? Wer bin ich und was will ich wirklich? Was will ich in die Welt bringen? Was will ich erschaffen? Wie will ich leben? Wie will ich meine Energie einsetzen? Was sind meine wahren Bedürfnisse, Ziele und Sehnsüchte?

Gefühl von Schwäche

Verstärkte oder verlängerte Blutungen können auch durch innere Schwäche hervorgerufen werden. Vielleicht hast du dich in der Vergangenheit stark verausgabt, oder du bist von Haus aus eine eher zurückhaltende, schüchterne Frau, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht traut für sich selbst einzustehen. Möglicherweise siehst du keinen Sinn darin, dich aufzubäumen und dich zu wehren. Es kann sein, dass du als Kind so erzogen wurdest, oder du wurdest durch eine Übermacht gebrochen. Vielleicht hast du auch gelernt viel zu geben, immer für andere da zu sein und erst zuletzt an dich selbst zu denken. Sicher ist, deine Energie ist schwach, du hast zu wenig für dich selbst. Es ist dir nicht mehr möglich, dein eigenes Blut und deine eigene Kraft bei dir zu behalten. Sie fließt aus dir heraus und so blutest du Monat für Monat langsam aus. Das schwächt dich noch mehr und bringt dich in eine Negativspirale. Die Lage ist ernst. Es ist von größter Wichtigkeit, dass du von nun an beginnst etwas für dich zu tun. Du musst lernen dein eigenes Feuer zu bewahren, dein Blut zu halten und dich selbst zu nähren. Am besten du beginnst gleich heute damit.

Willensschwäche

Nachgiebigkeit und Kompromissfähigkeit gelten als weibliche Attribute, doch man kann es damit auch übertreiben. Wir haben auch eine willensstarke, wilde Frau in uns. Diese gilt es zu finden und auch zum Zuge kommen zu lassen.

Es mag ungewohnt sein für dich selbst einzustehen, doch genau das ist wichtig für dich. Grenzen zu setzen und deinen Willen zu stärken; auch mal deinen Willen durchzusetzen. Wenn du dich nicht um dich selbst sorgst, wer soll es sonst tun? Warte nicht darauf, dass andere erkennen was du brauchst. Erkenne es selbst und fordere es. Setz dich dafür ein, dass andere auch etwas für dich tun. Übe dich darin Nein zu sagen und um das was du selbst brauchst zu bitten. Wenn es dir schwerfällt, dann ist das völlig natürlich. Dann mache kleine Schritte, fang klein an und übe dich stetig darin. Das wird deinen Willen mehr und mehr stärken.

Opferhaltung

Mit diesem Muster geht oft eine Opferhaltung einher. Man streckt die Waffen, denn es hat eh keinen Sinn sich aufzuregen, aufzubäumen, oder sich zur Wehr zu setzen. Möglicherweise bist du in einer schwierigen Situation und vielleicht gibt es Menschen, die deine Gutmütigkeit ausnutzen. Du gibst dein Bestes, bist für andere da und es kommt nur wenig zurück. Es kann sein, dass du dich ausgegrenzt fühlst oder als das Opfer der Umstände. Möglich ist es auch, dass du völlig im recht bist und dir deshalb leidtust. Doch wie bist du da bloß hineingeraten? Was hat dazu beigetragen? Bedenke, Opfer sind die Guten und Täter die Bösen. Ich bin jetzt mal etwas provokativ und behaupte, es hat auch etwas Komfortables in der Opferhaltung zu verharren und im Selbstmitleid. Man wird bedauert, bauchgestreichelt und ist eindeutig auf der guten Seite. Die böse Welt und die bösen Umstände sind schuld. Doch die Welt ist nicht immer so einfach erklärbar.  Eins ist sicher, Selbstmitleid und Opferhaltung sind das schlimmste was du dir antun kannst. Es ist die tiefste Dunkelheit, denn es raubt dir jeglichen Willen und Eigeninitiative. So kommst du nie aus dem Schlamassel raus. Deshalb, ganz gleich was dir passiert ist und wie grausam Menschen oder das Leben zu dir waren; es hilft nicht in der Opferhaltung zu verharren. Steh auf und gib die Opferhaltung und das Selbstmitleid auf, wenn du dir selbst einen Gefallen tun wirst. Das ist der erste Schritt, um dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Tu es für dich! Immer wenn du dich beim Selbstmitleid ertappst, sag: Stopp! Sei hart und konsequent. Hol dir deine Kraft und deine Macht zurück. Das kannst du tun, indem du ab sofort die Verantwortung für deine Leben zu 100% übernimmst.

Fragen an dich: 

Was schwächt mich? Wo vergeude ich meine Energie für fremde Belange? Stehe ich für mich selbst ein oder warte ich, dass es andere für mich tun? Gebe ich die Verantwortung und meine Macht an andere ab? Betrachte ich mich als Opfer anderer Menschen, des Lebens oder des Schicksals? Wie kann ich für mich selbst einstehen? Wie kann ich für mich selbst sorgen? Wie kann ich meine Energie stärken? Wie kann ich meine Willensstärke entwickeln? Wo kann ich mir Hilfe holen?

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4 Comments

  1. Ursula Klein said:

    Sehr interessanter Artikel! Hätte ich das früher gewusst, dann hätte ich etwas tun können. Viele Jahre litt ich unter ständigen Blutungen, ohne eine Antwort zu bekommen. Keiner konnte mir helfen. Ich fühlte mich schwach, kraftlos und konnte kaum meinen Alltag bewältigen. Hormone habe ich nicht vertragen und wollte sie auch nicht nehmen. Um ein Haar wäre mir die Gebärmutter entfernt worden. Jetzt bin ich froh in der Menopause zu sein und Ruhe zu haben. Rückblickend kann ich sagen, dass die Psyche definitiv eine Rolle gespielt hat. Ich hab mehr getan und gegeben als gut für mich war. Job, Haushalt, 3 Kinder. Zum Glück habe ich mithilfe einer Therapeutin verstanden, dass es ganz viel darum geht mich selbst anzunehmen und gut für mich zu sorgen. Dass ich mich und meine Bedürfnisse jahrelang vernachlässigt habe, hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass ich ständig geblutet habe. Ich bin äusselich und innerlich ausgeblutet. Gott sei Dank habe ich es verstanden. Besser spät als nie! Vielen Dank für diesen erhellenden Blogartikel.

    7. Juli 2022
    Reply
    • Konstantina Vrontou said:

      Ursula, danke für deinen Beitrag! Andauernde Blutungen sind sehr belastend. Sie beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern schwächen den gesamten Körper und können sogar Depressionen auslösen. Deshalb ist es wichtig herauszufinden woran es liegt und sowohl auf der körperlichen Ebene etwas zu tun, um dem Körper zu helfen und aufzupäppeln und gleichzeitig auch zu erforschen, was die psychischen Ursachen sind. Du hast es sehr schön erklärt wie es bei dir war, „innerlich und äußerlich ausbluten“, das ist ein treffendes Bild. Bei Blutungen verliert man Energie und Essenz. Gut, dass es dir jetzt besser geht!
      Herzliche Grüße und weiterhin alles Gute
      Konstantina

      7. Juli 2022
      Reply
  2. Brigitte said:

    Meine Tochter (29 J) leidet seit Jahren an ständigen Schmierblutungen, ich hoffe, dass ich sie überreden kann sich Hilfe zu suchen und sich behandeln zu lassen. Sie hat schon ab Zyklusmitte Blutungen, die aufhören und dann wieder kommen. Es tröpfelt die ganze zeit vor sich hin bis dann die Periode einsetzt. Manchmal fängt es schon an kurz nachdem die Monatsblutung zu Ende ist. Ihre Frauenärztin nimmt das nicht so ernst, doch mir macht das Sorgen. Das kann doch nicht normal sein. Woran kann das denn liegen und kann man das mit pflanzlichen Mitteln behandeln? Können Sie uns ein paar Tipps geben? Vielen Dank schon mal im voraus.

    7. Juli 2022
    Reply
    • Konstantina Vrontou said:

      Liebe Brigitte,
      das was du beschreibst deutet auf ein hormonelles Ungleichgewicht und auf eine generelle energetische und hormonelle Schwäche hin.
      Es wäre sinnvoll einen Erstanamnesetermin zu vereinbaren und weitere hormonelle Tests zu machen. Erst dann kann ich gezielt pflanzliche Mittel und weitere Therapien empfehlen.
      Viele Grüße, Konstantina

      12. Juli 2022
      Reply

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