Eisenmangelanämie

Eisenmangelanämie und Blutmangel

Eine Eisenmangelanämie ist der häufigste Mikronährstoffmangel und kommt bei Frauen gehäuft vor. Das liegt vor allem daran, dass Frauen durch die Menstruationsblutung und Geburten sehr viel Blut verlieren. Außerdem neigen Frauen eher dazu sich fleischlos zu ernähren. Eisen ist ein sehr wichtiges Spurenelement. Das Eisen muss über die Nahrung zugeführt werden. Der Körper kann es nicht selbst herstellen. Der Körper benötigt es um das Hämoglobin zu bilden, den roten Blutfarbstoff, welcher Bestandteil der Erythrorzyten ist. Das Hämoglobin transportiert den Sauerstoff im Körper und der Körper benötigt den Sauerstoff um Energie zu gewinnen.

Symptome einer Eisenmangelanämie:

  • Stumpfe Blässe im Gesicht
  • Blasse Schleimhäute
  • Müdigkeit, Mattigkeit und Antriebslosigkeit
  • Körperliche Schwäche
  • Trockene stumpfe Haare
  • Haarausfall diffus
  • Trockene und juckende Haut
  • Eingerissene Mundwinkel
  • brüchige Fingernägel
  • Zungenbrennen
  • Schwindel, Kopfschmerzen
  • Herzklopfen
  • Atemnot bis Ohnmacht

Ursachen einer Eisenmangelanämie

  • Blutverlust, akute Blutungen, Menstruationsblutungen, andauernde Schmierblutungen, Geburten
  • Versteckte Blutungen
  • Schwangerschaft und Stillzeit (erhöhter Bedarf)
  • Entzündungen
  • Tumore
  • Eisenarme Ernährung, zu wenig Vitamin C (Vitamin C hilft bei der Eisenaufnahme)
  • Magenstörungen, zu wenig Salzsre. Oder Magensäurehemmer, (Salzsre. fördert die Eisenresorbtion)

Wichtige Bluteisenwerte:

Hämoglobin (Normwerte Frauen: 12-16g/dl, Männer 13-18g/dl)

Ferritin (50-200 mikrogramm/l)

Der Hämoglobinwert sagt etwas über das frei verfügbare Eisen im Blut aus, genügt jedoch nicht um eine Eisenmangelanämie zu bestimmen. Oft ist dieser Wert normal obwohl eine Eisenmangelanämie besteht. Um ein genaueres Bild zu bekommen muss man auch das Ferritin bestimmen. Das Ferritin wird im Plasma oder Serum bestimmt und ist das gespeicherte Eisen. Der Körper versucht das Hämoglobin konstant zu halten und nutzt dafür seine Reserven. Wenn das Hämoglobin normal ist und das Ferritin zu niedrig, dann besteht eine latente Eisenmangelanämie. Wenn beide Werte zu niedrig sind, dann besteht eine akute Eisenmangelanämie.

Abnormale Eisenwerte bei Entzündungen

Wenn Symptome einer Eisenmangelanämie bestehen, aber sowohl das Hämoglobin als auch das Ferritin normal sind, oder wenn das Ferritin sogar erhöht ist, dann kann es sein, dass Entzündungen im Körper vorherrschen. Bei Entzündungen erhöht sich das Ferritin. In diesem Fall muss man nach möglichen versteckten Entzündungsherden im Körper forschen.

 Eisenmangel ausgleichen

Einen Eisenmangel kann man über entsprechende Eisenpräparate ausgleichen. Wichtig dabei ist darauf zu achten das Eisenpräparat nicht gleichzeitig mit resorbtionshemmenden Nahrungsmitteln und Substanzen einzunehmen. Viele dieser Substanzen gehen mit dem Eisen eine Verbindung ein, binden es und der Körper kann es nicht mehr resorbieren.

Die Eisenresorbtion wird gehemmt durch Oxalate in Kakao, Spinat, Rhabarber. Ferner durch Kaffee, Rotwein, schwarzem Tee, Hirse. Auch Sojaprodukte, Reis und Mais und Vollkornbrodukte sind nicht so günstig. Medikamente wie Lipidsenker und Antazida, Magensärehemmer. Auch die gleichzeitige Einnahme mit anderen Metallen kann ungünstig sein.

Auf die Eisenresorbtion fördernd wirkt dagegen Vitamin C, Vitamin A, Zitronensäure, Milchsäure, Obst, Gemüse und alles was die Magensäure lockt.

Eisenhaltige Nahrungsmittel:

Besonders eisenhaltig ist Fleisch, besonders rotes Fleisch, Hülsenfrüchte besonders Linsen aber auch Kichererbsen. Prinzipiell gibt es viele Lebensmittel, die Eisen enthalten, doch man braucht Unmengen davon um den Bedarf zu decken und 100 g Kreuzkümmel zu essen wird wohl kaum möglich sein. Wenn Sie Lebensmitteltabellen zur Hilfe nehmen achten Sie immer sowohl auf den Eisengehalt als auch auf die Menge des Lebensmittels.

Spinat enthält dagegen kaum Eisen, dagegen behindert es sogar die Eisenresorbtion.

Bei Menschen die Schwierigkeiten haben Ihren Eisenbedarf zu decken und zu Eisenmangelanämie neigen ist es empfehlenswert immer wieder kurmäßig Präparate wie Kräuterblut oder Floradix einzunehmen. Besonders Frauen nach der Menstruation oder nach starken Blutverlusten, die zu Eisenmangel neigen.

Um die Resorbtion zu untestützen kann man homöopatisches Eisen in Form von Schüssler Salzen. In diesem Fall Ferrum Phosphoricum D3.

Blutmangel in der TCM

In der TCM und besonders in der TCM Frauenheilkunde ist Blutmangel häufig anzutreffen. Dabei bedeutet eine Diagnose von Blutmangel nach TCM nicht zwangsläufig einen Eisenmangel. Oft haben Frauen einen Blutmangel obwohl das Hb Wert okay ist. Trotzdem kann man aufgrund der Symptome, Puls und Zunge einen Blutmangel diagnostizieren.

Die Behandlung erfolgt mit entsprechenden Kräuterdekokten und über Ernährung.

In der TCM achtet man bei diagnostiziertem Blutmangel auch darauf, dass die Mitte gut funktioniert. Darunter versteht man die Verdauung und Resorbtion von allen notwendigen Bestandteilen aus der Nahrung. Dazu kann es notwendig sein, das Qi der Mitte zu stärken, damit die Verdauung und Aufnahme von Substanzen gut funktioniert. Das ist die Basis zur Blutbildung.

Blutmangel bedeutet in der TCM mehr als Eisenmangel, es schließt alle Bestandteile, die sich im Blut befinden und transportiert werden mit ein. Außerdem ist damit nicht nur die Substanz Blut gemeint sondern auch seine Funktion und dazu gehört auch das Yang, das Feuer, und das Qi im Blut.

Ein Blutmangel bedeutet automatisch auch einen Yang und einen Qi Mangel.

Eisenmangelanämie und die Psyche

Eisen ist ein Metall welches dem Mars zugeordnet wird. Blut steht deshalb im Zusammenhang mit feurige Kraft, Kampfbereitschaft und Durchsetzungsvermögen. Auch die Eigenschaft der Präsenz und des Mutes stehen damit in Verbindung. Die Fähigkeit für uns selbst einzustehen und uns zu zeigen und im Notfall uns und andere zu Verteidigen. Es ist die Amazone in jeder Frau.

Bei Neigung zu Eisenmangelanämie könnte man sich folgende Fragen stellen: Wo nehme ich mich zurück? Wo fehlt mit der Mut? Wo mache ich mich kleiner als ich bin?  Wo traue ich mich nicht für mich selbst einzustehen und auch mal Krallen zu zeigen?

Es geht also darum die marsische Qualitäten in sich zu finden und zu beleben.

Eine interessante Pflanze, die dabei helfen könnte ist die Brennessel. Die stachelige Schwester weiß sich gut zu wehren. Sie wächst überall und kann sich in jedem noch so widrigen Umgebung halten.

Man sollte sich nicht leichtfertig mit ihr anlegen, denn man wird es schnell bereuen. Bei Blutmangel und in der Frauenheilkunde ist sie eine wertvolle Begleiterin. Die Brennessel hilft bei Eisenmangelanämie, sie reinigt und stärkt das Blut. Doch auf der seelischen Ebene kann man sie zur Hilfe nehmen. Als Urtinktur 3×5 Tropfen täglich um die Amazone in sich zu wecken. (Ein Tipp von Margret Madejsky)

In der Chinesischen Medizin steht das Blut mit dem Herzen in Verbindung

Es wird im Körper hergestellt, aber seine Veredelung und seine rote Farbe bekommt es im Herzen. Das Bewusstsein, Shen wohnt im Herzen und das Blut ist somit der materielle Träger des Bewusstseins.

Das Herz braucht ein starkes Blut damit es ruhig und mutig ist. Wird das Blut zu schwach dann tritt Unruhe auf, mangelndes Selbstbewusstsein und Verzagtheit.

Andersherum wenn das Herz in Aufruhr ist beispielsweise bei Stress, vielen Anforderungen im Außen oder emotionalen Belastungen, dann wird Blut verbraucht. Das Blut wird schwach und es entsteht ein Teufelskreis.

Deshalb ist es wichtig auf ein starkes gut genährtes Blut zu achten. Das bedeutet auf ein ruhiges Herz zu achten, also sich emotional nicht zu sehr mitreißen zu lassen und auf Seelenhygiene zu betreiben. Gleichzeitig auf gesunde Ernährung und eine gut funktionierende Mitte, den diese bildet die Basis für das Blut.

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