Gynäkologie in der TCM

Behandlung von gynäkologischen Erkrankungen mit TCM

Die Gynäkologie hat in der TCM eine lange Tradition, doch sie ist auch innerhalb der chinesischen Medizin erst später dazu gekommen. Frauen galten auch im alten China als nicht so wichtig, deshalb haben sich Ärzte vergleichsweise spät intensiv mit gynäkologischen Erkrankungen beschäftigt. Anfangs war die Gynäkologie in der TCM eine Randerscheinung. Das hat sich geändert und inzwischen gibt es in China TCM Kliniken, die auf Gynäkologie spezialisiert sind. Auch hier im Westen beschäftigen sich viele Ärzte und Gynäkologen mit TCM oder stehen der TCM offen gegenüber. Es hat sich herumgesprochen, dass man die chinesische Medizin sehr gut bei gynäkologischen Beschwerden einsetzen kann.

In meiner Naturheilpraxis behandle ich seit vielen Jahren schwerpunktmäßig gynäkologische Erkrankungen mit TCM und Akupunktur.

Weitere Infos zu konkreten Therapiemöglichkeiten bei gynäkologischen Erkrankungen in meiner Praxis:      Gynäkologie in der Naturheilpraxis

TCM in der Frauenheilkunde

Mit der chinesischen Medizin kann man nicht den Körper scannen oder durchleuchten um Erkrankungen zu erkennen. Es ist nicht möglich den Uterus oder die Eierstöcke im Ultraschall sehen, auch hat man keine Laborwerte zur Hand, die man auswerten könnte. Doch wie kann man dann in der Gynäkologie die TCM einsetzen?

Die TCM betrachtet nicht nur einzelne Organe, auch interessieren die Namen der Erkrankungen und die westlichen Diagnosen wenig. Genaugenommen braucht man weder Laborwerte noch Ultraschallbilder um mit TCM zu behandeln, sondern man behandelt in erster Linie den Gesamtzustand und geht dann auf einzelne Zustände und Organe ein.

Positiver Nebeneffekt ist, dass auch andere Beschwerden gleich mitbehandelt werden. Das liegt daran, dass viele Krankheiten und Beschwerden dieselbe Wurzel haben, denselben Pathomechanismus. Sie zeigen sich bloß in verschiedenen Körperteilen. So können zum Beispiel Migräne und Menstruationsbeschwerden gleichzeitig bestehen oder im Zusammenhang stehen, obwohl die Beschwerden in verschiedenen Körperregionen bestehen.

Das heißt, wenn man die TCM in der Gynäkologie einsetzt behandelt man eigentlich nicht den Uterus, die Eierstöcke oder die Hormondrüsen, sondern die ganze Frau.

Siehe auch:    Ganzheitliche Frauenheilkunde

Wie wird mit der TCM in der Gynäkologie behandelt?

Bei der Behandlung mit TCM ist es sinnvoll möglichst mehrere Dinge gleichzeitig zu tun und die Behandlung auf viele Beine zu stellen. Mit der TCM reguliert man den Körper mit sanften Mitteln, deshalb ist es gut von verschiedenen Seiten und mit unterschiedlichen Methoden den Körper anzusprechen.

Säulen der TCM:

   Akupunktur

  • Die wohl bekannteste Behandlung ist die Akupunktur. Bei der Akupunktur wird das Qi angesprochen, die Energie des Körpers.

Weiterführende Informationen:

   Akupunktur      Akupunktur Fragen

   Chinesische Phytotherapie

  • Besonders wichtig in der Gynäkologie ist die chinesische Arzneimitteltherapie.  In der Regel werden individuell erstellte Kräuterdekokte verschrieben.

   Ernährungsberatung

  • Ernährungsberatung ist in der Gynäkologie besonders wertvoll, hier kann durch Ernährungsumstellung besonders viel erreichen.

   Weitere Behandlungen

  • Eine weitere wichtige Behandlung bei Frauenerkrankung ist die Moxibustion. Wärmeanwendungen sind in der Frauenheilkunde besonders indiziert.
  • Weitere Behandlungen sind Massagen wie Schröpfkopftherapie und Tuina.
  • Bewegungstherapien wie Qi Gong und Tai-Chi sind fester Bestandteil der TCM und sind bei stressbedingten Erkrankungen sehr wertvoll

Bei welchen gynäkologischen Erkrankungen ist die TCM sinnvoll?

Prinzipiell kann die TCM bei allen Erkrankungen begleitend eingesetzt werden. In der Gynäkologie wird die TCM bei folgenden Erkrankungen allein, oder zusätzlich zur Schulmedizin eingesetzt.

  • Zyklusstörungen

Hierzu zählen verkürzter oder verlängerter Zyklus, unregelmäßiger oder ausbleibender Zyklus

  • Blutungsstörungen

Zu starke oder zu schwache Blutungen, klumpiges Blut, Schmierblutungen, andauernde Blutungen und Schmierblutungen

  • Gynäkologische Erkrankungen

Polycystisches Ovarialsyndrom (PCOS), Endometriose, Myome, Zysten

  • Beschwerden im Zusammenhang mit der Periode

PMS, Prämenstruelles Syndrom, Akne, Kopfschmerzen im Zusammenhang mit der Periode, Energieabfall, Magen-Darm-Störungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Wasseransammlungen und

  • Postpartale Depression
  • Unerfüllter Kinderwunsch

Bei unerfülltem Kinderwunsch können verschiedene gynäkologische Probleme vorliegen, oder auch kein ersichtlicher Grund. Es kann trotzdem nach TCM ein Ungleichgewicht vorliegen, welches sich weder im Labor noch im Ultraschallbild zeigt.

  • Ovarielle Insuffizienz
  • Einnistungsstörungen
  • Wechseljahre

Wecheljahrsbeschwerden vor den eigentlichen Wechseljahren und währenddessen.

Pathologien der TCM in der Gynäkologie

Es gibt eine Reihe von Störungen im Körper einer Frau, die zu gynäkologischen Störungen der unterschiedlichsten Art führen können. Nicht jedes Ungleichgewicht erzeugt alle Störungen. Bei ein und demselben krankhaften Syndrom kann bei der einen Frau der Zyklus gestört sein und bei der anderen beispielsweise Menstruationsschmerzen vorliegen, dabei kann der Zyklus regelmäßig sein. Bei einer anderen Frau kann der Zyklus normal sein, aber ein Embryo kann sich möglicherweise nicht einnisten.

Weiterführende Informationen:

   TCM Gynäkologische Störungen

Wichtige Syndrome der TCM

Störungen des Körpers, die zu gynäkologische Erkrankungen und Beschwerden führen können. Diese Pathomechansimen können auch andere Probleme bereiten oder auch ohne gynäkologische Probleme bestehen.

  • Nieren Yin Schwäche

Mögliche Symptome:

Schnelle Erschöpfbarkeit, Unruhe und Gereiztheit, Mundtrockenheit, Hitzegefühle, Vergesslichkeit, Rückenschmerzen, Schwindelgefühle, Tinnitus, Trockenheit, Spröde Haut und Haare, Ausgezehrtheit.

Mögliche gynäkologische Probleme: Infertilität, Wechseljahrsbeschwerden, Ovarialinsuffizienz, Zyklusstörungen, schwache Periode oder starke helle Blutungen. Kurze Zyklen oder fehlender Eisprung.

  • Blut Mangel

Mögliche Symptome: Blässe, Schwindelgefühl, Taubheitsgefühle, Schlafstörungen, viel Durst, depressive Verstimmungen, Schüchternheit, Unruhe.

Mögliche gynäkologische Probleme: Amenorrhoe, schwache Menstruationsblutung, Infertilität, Einnistungsstörungen, Hormonstörungen

  • Ni-Yang Mangel und Kälte

Mögliche Symptome: Müdigkeit, Schwäche, Kältegefühl, Lustlosigkeit, Libidoschwäche, verlangsamter Stoffwechsel, Verstopfung.

Mögliche gynäkologische Erkrankungen: Langer Zyklus, Eisprungstörungen, fehlender oder verzögerter Eisprung, klumpiges Blut, Infertilität, Menstruationsschmerzen und Krämpfe

  • Qi-Schwäche

Mögliche Symptome: Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Verdauungsstörungen, Durchfälle, schwache Stimme, Ödeme

Mögliche gynäkologische Erkrankungen: Qi Schwäche kann zu Blutungen führen, Mangelernährung des Embryos, verzögerter Eisprung (nicht genügend Kraft um einen Eisprung zu produzieren) dadurch Zyklusstörungen, Organsenkungen. Qi Schwäche kann bei allen Erkrankungen eine Rolle spielen.

  • Blutstagnation

Blutstagnation ist oft die Folge von anderen Pathologien oder langandauernden emotionalen Problemen. Es kann sich durch deutliche Zeichen am Körper zeigen oder nur ganz dezent.

Mögliche Gynäkologische Probleme: Dysmenorrhoe, starke Menstruationsschmerzen, dunkles klumpiges Blut. Endometriose, PCOS, Myome sind oft die Folge von Blutstagnation, PMS, Blutungen, psychische Probleme.

  • Nässe und Schleim

Mögliche Symptome: Trägheit, Schweregefühl, Lethargie, Wasseransammlungen, Ausfluss, Akne, Übergewicht, Gedunsenheit.

Mögliche gynäkologische Probleme: Ausfluss und Infektionen, Hautprobleme, PCOS, Endometriose, verzögerter Eisprung, Infertilität, Einnistungsstörungen

  • Leber Qi Stagnation

Mögliche Symptome: Spannungsgefühl, Globusgefühl im Hals, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen, Spannung im Abdomen im Verdauungsstörungen, Durchfälle.

Mögliche gynäkologische Beschwerden: PMS, Dysmenorrhoe, Brustspannung, Eisprungstörungen, Zyklusstörungen, Einnistungstörungen.

  • Blockaden und Störungen der außerordentlichen Gefäße

Das sind Meridiane, die innerhalb des Körpers verlaufen und eine besondere Rolle bei gynäkologischen Erkrankungen und chronischen Beschwerden spielen.

Selbstdiagnosen mit TCM

Wenn Sie versucht haben sich in eine der oben genannten Kategorien einzuordnen werden Sie bestimmt festgestellt haben, dass vieles auf Sie zutrifft.

Die Aufzählung der Symptome, der einzelnen Pathologien nach TCM und der möglichen daraus folgenden gynäkologischen Erkrankungen, sollen Ihnen einen Eindruck über die TCM vermitteln. Sie sollen veranschaulichen wie die TCM in der Gynäkologie diagnostiziert und arbeitet. Es ist unmöglich anhand der oben genannten Symptome Diagnosen zu stellen, denn die Praxis ist unendlich komplizierter. Beispielsweise kann eine Leber-Qi Stagnation zu Feuchtigkeit und Schleim im Körper führen, das kann zusätzlich zu Schwäche des Qi und zu Hitze im Körper führen, die sich als Candita Infektion und weiteren Symptomen zeigen kann. Besteht dieser Zustand schon länger so kann es auch zu Blutstagnation kommen.

Blutmangel kann zu Kälte im Körper führen und irgendwann in Blutstagnation enden. Da Blut und Qi Geschwister sind werden sich auch Qi-Mangel Symptome zeigen.

Es ist nun Aufgabe des erfahrenen Therapeuten herauszufinden, was das Hauptthema einer Erkrankung ist. Was woher kommt und wie die weiteren Zeichen und Symptome zusammenpassen und was zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Dann geht es darum eine Entscheidung zu treffen, was als erstes behandelt wird und wo der Hauptfocus der Therapie liegen muss.

Nicht umsonst wird die Ausübung der chinesischen Medizin als Kunstfertigkeit bezeichnet.

Weiterführende Informationen:

    Chinesische Medizin

     Die Welt der TCM

    Schwerpunkte der TCM Praxis

    TCM Ernährung

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