Moxa? Moxibustion? Was ist das?

Moxatherapie in der TCM

Wenn ich meinen Patienten im Zusammenhang einer Akupunkturbehandlung erzähle, dass ich sie gleich moxen werde, dann machen sie große Augen. Moxibustion? Moxatherapie? Was ist das denn? Das ist in den Ohren meiner Patienten ein lustiges Wort. Diese immer wiederkehrende Verwunderung hat mich veranlasst etwas darüber zu schreiben.

Moxibustion ist eine TCM Anwendung. Sie ist neben der Akupunktur fester Bestandteil der chinesischen Medizin ist. Die Moxatherapie wird mit einem getrockneten Kraut durchgeführt, dem Beifuß. Es gibt verschiedene Anwendungsarten, doch allen ist gemeinsam, dass man es anzündet um entweder Akupunkturpunkte oder Körperareale zu erwärmen. Dabei entsteht mehr oder weniger Rauch der einen ganz spezifischen Geruch hat. Die meisten empfinden ihn als angenehm.

Hierzu eine kleine Anekdote:

In meiner ersten Praxis hatte ich einen eher kleinen Raum zur Verfügung. Immer wenn ich einen Patienten gemoxt habe, war der Raum voller Rauch. Nach Ende der Akupunktursitzung öffnete ich das Fenster um zu lüften. Dabei zog der gesamte Rauch in einem Schwall nach oben.

Monate später kam eine Nachbarin aus den oberen Stockwerken zu mir in Behandlung und fragte mich was denn hier so rieht. Nachdem ich erklärt hatte um was es sich handelt meinte sie: „Ach so, mein Mann und ich haben gerätselt was das sei, wir dachten hier wird gekifft oder es Sie machen spezielle Schmerztherapien mit Marihuana.“

Ein andermal kam eine neue Patientin und wollte am liebsten gleich wieder umdrehen und gehen. Ich konnte ihr gerade noch rechtzeitig erklären, dass es sich hierbei nicht um verbotene Drogen handelt. Sie hatte wohl schlechte Erfahrungen damit gemacht.

Seitdem bemühe ich mich neue Patienten gleich aufzuklären.

Nein, wir rauchen nicht, wir kiffen nicht und es handelt sich nicht um Drogen. Das Beifußkraut ist nicht zum Rauchen gedacht und hat keinerlei berauschende Wirkung. Es vertreibt höchstens böse Geister.

Was genau ist Moxibustion und wie wirkt es?

Moxatherapie ist eine Behandlung die alleine oder begleitend zur Akupunktur angewendet wird. Dabei wir Beifußkraut über Akupunkturpunkte, und Körperareale abgebrannt.

Durch die Erwärmung der Akupunkturpunkte wird dem Körper Wärme zugeführt, Kälte vertrieben, das Yang gestärkt, der Stoffwechsel aktiviert, der Qi-  und Blutfluss beschleunigt. Das ist bei bestimmten Erkrankungen sehr wichtig und eine nützliche Ergänzung zur Akupunktur.

Kontraindikationen:

Nicht angewendet werden darf Moxibustion über verletzte Körperareale und bei Hitzeerkrankungen.

Anwendungsarten der Moxibustion

Moxazigarre

Die einfachste Anwendung ist die Moxazigarre. Es gibt fertige Moxazigarren zu kaufen. Diese werden angezündet und damit werden Akupunkturpunkte erwärmt. Dabei wird die Haut nicht berührt.

Moxa auf Akupunkturnadeln

Moxakraut wird zu Kegeln geformt und auf Akupunkturnadeln, die schon im Körper sind platziert. Dieses wird angezündet und erwärmt die Nadel. Über die Nadel dringt die Wärme direkt in den Akupunkturpunkt ein. Auch hier kommt es zu keiner direkten Berührung mit der Haut.

Direkte Moxibustion

Aus Moxakraut werden Kegel geformt, die direkt auf Akupunkturpunkte platziert werden. Diese werden angezündet. Man lässt sie brennen bis der Patient Wärme verspürt. Dann entfernt man sie ohne dass es bis zur Haut runterbrennt.

Winzig kleine reiskorngroße Kegel werden auf Akupunkturpunkte platziert. Man lässt sie bis zur Haut runterbrennen und löscht sie auf der Haut aus sobald ein kurzer scharfer Schmerz entsteht.

Direkte Moxibustion ist fester Bestandteil der japanischen Akupunktur.

Indirekte Moxibustion

Kegel aus Moxakraut werden auf Ingwerscheiben platziert und abgebrannt. Sehr beliebt ist auch das Moxen des Bauchnabels auf Salzbasis. Hierbei schüttet man Salz in den Bauchnabel und brennt Moxakegel darauf ab. Dabei entsteht ein angenehmes Wärmegefühl. Es kommt jedoch zu keinem direkten Kontakt mit der Haut.

Moxakasten

In einem speziellen Moxakasten, der innen ein Gitter hat, werden Moxazigarrenstückchen angezündet und hineingelegt. Diese wird auf den Bauch oder den Rücken platziert, dabei entsteht eine angenehme Wärme. Mit dem Moxakasten können größere Körperareale erwärmt werden, ohne dass das brennende Moxa die Haut berührt. Bei Schmerzen wird das in der Schmerztherapie, neben der Akupunktur häufig angewendet.

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