Wechseljahresbeschwerden natürlich lindern

Das Yin und Yang der Hormone in den Wechseljahren

Viele Frauen mit Wechseljahresbeschwerden fragen mich oft nach natürlichen und pflanzlichen Mitteln, um ihre Wechseljahresbeschwerden zu lindern. In diesem Artikel zeige ich dir welche Pflanzen du rund um die Menopause anwenden kannst, um deine Wechseljahresbeschwerden zu behandeln.  Doch viel wichtiger ist es die Wechseljahre ganzheitlich zu betrachten, als einzelne Mittel auf gut Glück zu probieren. Hormone kann man nur ausgleichen, wenn man den Körper auf eine gute Basis stellt und ihn ausbalanciert.

Das geschieht am besten, wenn du verstehst, wie die Yin und Yang Kräfte in deinem Körper wirken und wie du sie ausgleichen kannst. Erst dann können die pflanzlichen Mittel ihre volle Wirkung entfalten.

Außerdem erfährst du wie du dich mit der richtigen Ernährung nach TCM in der Menopause und bei Wechseljahresbeschwerden selbst unterstützen kannst. Es gibt nicht für alle Frauen die einzig richtige Ernährung. Was zu dir passt hängt von vielen Faktoren ab und davon, welche konkreten Beschwerden bei dir vorliegen.

Wann spricht man von den Wechseljahren?

Welche Symptome treten in den Wechseljahren auf?

Der Wechsel von Yin zu Yang

Ursachen für Wechseljahresbeschwerden

Das Yin und Yang stärken und ausbalancieren

Pflanzliche Mittel bei Wechseljahresbeschwerden

Warum die Psyche wichtig ist – Seelisch vom Yin ins Yang

Frauen sind Yin, Männer sind Yang – stimmt das?

Die Wechseljahre beginnen schleichend und langsam. Die Eizellqualität nimmt immer mehr ab, was zu einem Hormonabfall führt.  Der Beginn der Wechseljahre geht oft mit einem Progesteron Mangel einher, weil der Gelbkörper schwach wird und nicht ausreichend Progesteron (Gestagen) bildet. Im laufe der Zeit kommt es immer wieder zu einem Ausbleiben des Eisprungs. Die Eisprünge werden immer seltener und das führt zu einem Östrogenmangel.

In dieser Zeit kommt es nicht nur zu einem allgemeinen Hormonmangel, sondern auch zu Hormonschwankungen. Für viele Frauen ist das kein Problem, weil sich ihr Körper leicht anpassen kann. Andere wiederum leiden sehr unter den hormonellen Dysbalancen und dem Mangel an Hormonen.

Das liegt daran, dass die weiblichen Hormone nicht nur für die Fruchtbarkeit wichtig sind, sondern vielfältige Aufgaben im Körper erfüllen. Fehlen diese Hormone plötzlich oder schwanken stark, dann ist das eine große Herausforderung für den Körper; das hat Auswirkung auf viele Körperfunktionen.

Es sei denn, er kann das gut kompensieren. Das ist dann der Fall, wenn du bei guter Gesundheit bist und ein ausgeglichenes Yin-Yang Verhältnis hast. In den Wechseljahren zeigen sich konstitutionelle Schwächen und Dysbalancen. Diese bestanden schon vorher, nur konnte der Körper das kompensieren. In den Wechseljahren ist das nicht mehr möglich. Das ist jedoch kein Grund zur Sorge, sondern eine Aufforderung, gut für dich zu Sorgen und etwas für deine Gesundheit, deine Psyche und dein Wohlbefinden zu tun.

Die häufigsten Symptome sind:

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Schweißausbrüche
  • Stimmungsschwankungen
  • Wutausbrüche und Gereiztheit
  • Gewichtszunahme
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkprobleme, Gelenksteifigkeit und Schmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Wasseransammlungen
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Haarausfall
  • Libido Störungen und sexuelle Unlust
  • Scheidentrockenheit
  • Wesensveränderungen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Schwindel
  • Wetterfühligkeit
  • Blutdruckprobleme
  • Osteoporose
  • Schilddrüsenprobleme

Traditionelle chinesische Medizin, Yin und Yang

Das Leben und die Prozesse im Körper sind ein Wechselspiel zwischen Yin und Yang. Wenn diese Balance gestört ist und Veränderungen, nicht kompensiert werden können, dann entstehen Beschwerden und Symptome. Dabei steht Yin für verdichtete Energie, für Substanz, alles Nährende und Erdige. Yin ist langsam, kalt, haltend und bewahrend; bindend und schwerfällig. Yin ist wichtig, um Leben zu gebären, Leben zu nähren und zu erhalten. In der fruchtbaren Zeit überwiegt bei den Frauen das Yin.

Das Yang hingegen ist aktivierend, schnell, hell und warm. Es bewegt, initiiert Prozesse und bringt alles in Gang. Es bewirkt Veränderungen und hält alles am Laufen. Im Körper ist es die Wärme und die Funktion.

In der Zeit vor den Wechseljahren befinden sich die Frauen in einem Yin-Zustand. Der Körper hat genügend Hormone, genügend Blut, Säfte und Substanz. Das ist auch wichtig, um Eizellen zu produzieren und ein Embryo zu nähren. In den Wechseljahren verlassen Frauen die Yin Phase und treten in eine Yang Phase ein. Sie werden aktiver, drängen nach Veränderung; sie sind nicht mehr zufrieden mit dem Status quo. Sie müssen nicht mehr nähren und bewahren, denn das haben sie die Jahre zuvor ausgiebig getan. Nun weht ein neuer Wind.

Genau diese Veränderung macht sich auch im Körper bemerkbar. Der Körper wird heißer und wechselhafter. Es ist so, als ob ein warmer Wind durch den Körper wehen würde. Es bewegt sich etwas!

Leider ist das nicht immer angenehm. Doch warum ist das so?

Es sind die Hormone! Ja, das stimmt! Doch alle Frauen haben in den Wechseljahren weniger Eisprünge und weniger Hormone; nicht alle leiden an Beschwerden. Ob Frauen in den Wechseljahren an Beschwerden leiden oder nicht, hängt vom allgemeinen gesundheitlichen Zustand ab. Es hängt davon ab, wie das Yin-Yang Verhältnis im Körper ist und die allgemeine Konstitution.

   Frauen mit wenig Yin

Frauen, die schon vor den Wechseljahren Yin-Mangel Tendenzen hatten, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit im Wechsel die typischen Wechseljahresbeschwerden entwickeln. Hierzu zählen Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Trockenheitssymptome, Gelenkbeschwerden, Osteoporose und Schlafstörungen.

Im Wechsel verstärkt sich das Yang. Wenn zuvor latent zu wenig Yin vorhanden war und das Yang sich nun verstärkt, dann entsteht ein Ungleichgewicht zugunsten des Yang.

Yin und Yang wird gerne mit einem Suppentopf erklärt, in dem eine Suppe köchelt. Die Suppe ist das Yin; das Feuer, welches die Suppe kocht, ist das Yang. Wenn die Flüssigkeiten und die Substanzen der Suppe immer weniger werden, dann wird die Suppe immer heißer. Genau das passiert in den Wechseljahren.

Wenn vorher schon weniger Suppe da war und nun das Feuer hochgedreht wird, dann verbraucht es die Flüssigkeiten und die Suppe wird immer heißer und immer weniger.

  Das Yang braucht das Yin

Wenn das Yang überhandnimmt, dann zeigt sich das in Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gereiztheit und wechselnden Symptomen. Die Suppe kocht über und dann erlischt das Feuer. Das ist der Grund, warum Frauen nach Hitze- und Schweißattacken plötzlich frieren. Das Feuer ist verpufft und muss sich wieder sammeln bis zum nächsten Schub.

  Was führt zu Yin Mangel?

Das Yin des Körpers ist zum einen konstitutionell festgelegt. Das bedeutet, manche Menschen haben von Haus aus mehr oder weniger Yin. Zum anderen hängt es vom Lebensstil ab. Stress, Hektik, viele Schwangerschaften und Geburten, schlechte und unzureichende Ernährung mindern das Yin.

   Frauen mit wenig Yang

Wenn Frauen zu wenig Yang neigen, dann sind sie müde, verfroren und haben wenig Energie. Sie haben einen eher trägen Stoffwechsel.  Diesen Frauen geht es in den Wechseljahren besser. Sie berichten oft: „Früher war mir immer kalt, jetzt ist mir angenehm warm“ Zu Beginn der Wechseljahre können diese Frauen Probleme wie Gewichtszunahme bekommen, denn vor dem Beginn der Wechseljahre nimmt auch das Yang ab. Es ist der kritische Moment wo der Körper still zu stehen scheint, um Anlauf zu nehmen.

Frauen mit wenig Yang haben die Tendenz Feuchtigkeit im Körper zu bilden. Um bei unserer Suppe zu bleiben: Die Suppe wird immer mehr, zusätzlich kommt Feuer hinzu und es können sich Klümpchen bilden. Das nennt sich in der chinesischen Medizin Schleim. Schleim ist nichts anderes als Gewebe und Substanz, die sich irgendwo ablagert. Das kann Fettgewebe sein oder substanzloser Schleim, der sich als Schwindel und Konzentrationsstörungen zeigen kann.

Frauen mit wenig Yang haben oft ausreichend Yin, dieses Yin ist jedoch nicht immer gute Substanz, die der Körper nutzen kann, sondern kann sich als Ballast irgendwo ablagern und somit Blockaden und Probleme verursachen.

   Das Yin braucht das Yang

Damit Yin entstehen kann und an die richtige Stelle kommt, braucht es das Yang. Wenn das Yin zu stark ist, dann erdrückt es das Yang und dieses kann seine Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen. In den Wechseljahren haben wir zwar mehr Yang als zuvor, doch wenn gleichzeitig mehr Substanz in Form von Übergewicht vorhanden ist und zusätzlich eine falsche Ernährung, dann wird das Yang erdrückt und blockiert.

  Was führt zu Yang Mangel?

Auch das Yang ist konstitutionell bedingt. Doch auch hier spielt der Lebensstil und Lebensumstände eine Rolle. Eine energetisch kalte Ernährung kann zu Yang Mangel und Kälte im Körper führen. Auch Krankheiten wie eine Schilddrüsenunterfunktion beeinträchtigen das Yang. Energieverbrauch durch Überarbeitung oder seelische Belastungen, die zu depressiven Verstimmungen und Traurigkeit führen, können das Yang blockieren oder vermindern.

Was also tun?

Entgiftung

 Yin stärken:

Wenn du zu Yin-Mangel neigst, dann kannst du dich dadurch unterstützen, indem du das Yin nährst und gleichzeitig das Yang bremst.

Wie machst du das?

Um dein Yin zu nähren ist es wichtig:

  • erhitzende Lebensmittel und Substanzen zu meiden

Hierzu zählen: scharfe Gewürze, Alkohol, Nikotin, Drogen, Fast Food

  • kühlende Nahrungsmittel und Kräuter zu verwenden

Hierzu zählen: grüner Tee, Pfefferminze, Zitronensaft, Orangensaft, Salate, Obst, Gemüse

  • nährende Lebensmittel essen

Hierzu zählen: Eier, Getreide wie Hirse, Quinoa, Mais, Dinkel; Milchprodukte, wenn du sie verträgst, wie Ziegenjoghurt, Ziegenkäse, Ziegenmilch und Sahne; Tofu; Hülsenfrüchte; Nüsse und gute Öle wie Olivenöl, Sesamöl, Walnuss Öl, Leinsamen Öl, Butter und Omega 3 Fettsäuren.

Achte auf eine ausgewogene und ausreichende Nährstoffzufuhr.

  • Wässrige und sämige Gerichte wie Suppen, Eintöpfe, Kompotte und Breie.
  • Genügend Ruhepausen und Rückzugsmöglichkeiten einplanen.

Um das Yin zu nähren, brauchst du Ruhe und die Möglichkeit immer wieder zu dir zurückzukommen

  • Stress abbauen
  • Ausgleichende und ruhige Sportarten und Bewegung, die Spaß machen. Keinen Leistungsdruck.

  Das Yang stärken:

Wenn du zu Yang-Mangel neigst, dann kannst du dich dadurch unterstützen, indem du das Yang stärkts und gleichzeitig das Yin verminderst. Was ist damit gemeint?

Um dein Yang zu nähren ist es wichtig:

  • In Bewegung zu bleiben

Sport ist wichtig. Schau, dass du immer in Bewegung bleibst, am besten täglich, immer und überall.

  • Bring deinen Kreislauf in Schwung durch wechselwarme Duschen und Bürstenmassagen
  • Sonnenlicht, Wärme, Sauna und frische Luft
  • Iss gekochte und warme Mahlzeiten
  • Verwende erwärmende und belebende Speisen und Gewürze.

Hierzu zählen: Zimt, Ingwer, Cardamon, Pfeffer, Chili, Kaffee, Kakao, Bockshornklee, Curry und alles was scharf ist.

  • Iss weniger und nicht zu spät. Versuche intermittierendes Fasten oder lege immer wieder mal einen Entlastungstag ein, an dem du weniger ist. Du kannst dich zum Beispiel einen Tag lang von Suppen und leichter Kost ernähren. Oder iss gedämpftes und gut gewürztes Gemüse.
  • Meide Milchprodukte, Fast Food, Fertigprodukte, Brotmahlzeiten, zu Fettes, Zucker, Alkohol und Hochkalorisches

   Die Mitte stärken – das Yin und Yang ausbalancieren

Ganz gleich ob du zu einem Yin oder Yang-Mangel neigst – für beide ist eine gut funktionierende Mitte wichtig.  Du kannst weder Yin noch Yang aufbauen, wenn deine Mitte nicht in Ordnung ist.

Was ist damit gemeint?

  • Schau, dass dein Magen-Darm gut funktioniert. Wenn du Unverträglichkeiten oder Probleme in diesem Bereich hast, dann lass dich behandeln.
  • Iss mindestens eine warme Mahlzeit am Tag. Meide zu viel Rohkost und kalte Speisen. Auch wenn du an Yin Mangel leidest und viel Hitze hast. In dem Fall kannst du öfter mal zu erfrischenden Nahrungsmitteln und Rohkost greifen, doch übertreibe es nicht. Ernähre dich nicht ausschließlich von Salaten und Rohkost.

  • Frauenmantel (wirkt hormonell ausgleichend unterstützt das Progesteron)
  • Mönchspfeffer (unterstützt das Progesteron)
  • Traubensilberkerze (unterstützt die Östrogene)
  • Hopfen (unterstützt die Östrogene, wirkt beruhigend)
  • Melisse (wirkt beruhigend und ausgleichend bei Schlafstörungen und Unruhe)
  • Salbei (wirkt gegen starkes Schwitzen)

Es gibt im Internet eine ganze Menge an Tipps für Mittel und Präparate, die du bei Wechseljahresbeschwerden nehmen und versuchen kannst. Täglich kommen mehr dazu. Aus rechtlichen Gründen möchte ich dir hier keine Präparate nennen.

Sie helfen oft und deshalb sind sie einen Versuch wert, doch erwarte dir von einem einzigen Mittel keine Wunder. Vielmehr kommt es auf die Regulierung deines gesamten Körpers an und auf eine ganzheitliche Betrachtung. Dabei spielt die Psyche eine große Rolle. Jedes Problem ist ein Schrei oder ein rotes Fähnchen deiner Seele.

Das Ausgleichen von Yin und Yang ist ein erster großer Schritt, der dich unterstützen wird, damit die zusätzlich eingenommenen pflanzlichen Mittel dir besser helfen können.

Viele Frauen haben so massive Wechseljahresbeschwerden, dass sie verzweifelt nach einer Lösung auf der körperlichen Ebene suchen. Dabei vergessen sie die Seele. Wenn du an Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und extremen Yang Symptomen leidest (Yin Mangel), dann frage dich: Wo will dein Yang dich hinführen? In welche Richtung möchte dich deine Seele bewegen? Was in deinem Leben darf sich verändern? Wo geht es für dich hin? Beruflich, in der Beziehung, in deiner persönlichen Entwicklung? Und vor allem – welche Ressourcen brauchst du dazu? Wie kannst du deine Ressourcen sammeln, schonen und für dich nutzbar machen?

Wenn du an Yin Symptomen leidest (Yang Mangel), dann frage dich: Was hält mich zurück? Wo blockiere ich meine Lebensenergie und warum? Welche Ängste, Zweifel halten mich zurück? Wo hat sich meine Lebensfreude versteckt? Wie kann ich meine blockierte Lebensenergie aktivieren und für mich nutzbar machen?

In den Wechseljahren wird viel Energie frei, die etwas bewegen will und kann. Nutze sie!

Zum Schluss möchte ich mit einem Mythos aufräumen, der überall herumgeistert. Oft wird behauptet Frauen seien Yin und Männer Yang.

Somit wären Frauen langsam, kalt, weich, träge, sanft, materiell orientiert, nährend, fürsorglich, passiv und hingebungsvoll. Männer dagegen seien hart, heiß, geistig orientiert, schnell, direkt, aktiv, initiativ und direkt.

Das stimmt nicht! Vielmehr handelt es sich um einen Stereotyp, welcher sich hartnäckig hält.

Sowohl Männer als auch Frauen haben Yin und Yang. Vereinfacht gesagt haben Männer im außen mehr Yang und im inneren mehr Yin. Bei Frauen ist es umgekehrt. Das Äußere ist das was als erstes sichtbar ist. Das mag der Grund sein, warum das Yin dem Weiblichen und Yang dem Männlichen zugeordnet wird. Doch Yin ist nicht weiblich und Yang nicht männlich.

Auch durchlaufen wir im Leben Yin und Yang Phasen. In den Wechseljahren treten Frauen zum Beispiel in eine Yang Phase ein und Männer in eine Yin Phase. Männer werden ruhiger und Frauen aktiver.

Vielleicht hast du das bei dir und deinem Partner festgestellt. Konntest du das beobachten? Dann schreib das in den Kommentaren und lass uns teilhaben.

Siehe auch:

 

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