Yin und Yang in der TCM

Yin und Yang

Die fernöstlichen Philosophien und Medizinsysteme erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. So auch die TCM. Der Begriff Yin und Yang ist fast jedem geläufig. Doch was ist das eigentlich?

Yin und Yang sind Begriffe die Polaritäten beschreiben. Es sind zwei entgegengesetzte Pole. Eigentlich sind es keine Kräfte, sondern sie erzeugen aufgrund der Spannung, die zwischen ihnen entsteht eine Kraft, die in der chinesischen Medizin als Qi bezeichnet wird.

Wenn man sich die Darstellung des Yin-Yang Symbols anschaut, dann sieht man eine weiße und eine schwarze Fläche, die sich verjüngen. Also abnehmen und zunehmen während sie ineinander verschränkt sind. Das Yang steigt auf und wird im Aufsteigen mehr und das Yin steigt ab und erreicht sein Maximum unten.

Schaut man genauer hin dann stellt man fest, dass in der weißen Fläche, die für das Yang steht, ein schwarzer Punkt ist und umgekehrt. Das soll versinnbildlichen, dass es kein Yang ohne Yin gibt und kein Yin ohne Yang.

Aufgrund der Spannung zwischen Yin und Yang entsteht Qi, und Qi ist die Basis des Lebens. Daraus entsteht Leben. Würde man das Yin oder das Yang entfernen, dann würde es kein Qi mehr geben. Wenn sich Yin und Yang trennen, dann gibt es kein Leben mehr.

Das geschieht im Augenblick des Todes. In diesem Moment steigt das Yang auf und das Yin kehrt zur Ende zurück.

Ausdruck von Yin und Yang

Yang steht für die sonnenbeschiene Seite eines Hügels. Mit Yang wird Wärme, Leichtigkeit, Schnelligkeit und Bewegung assoziiert. Alles was feinstofflich, also wenig materiell ist, nach oben steigt, trocken, heiß ist und wenig Dichte hat ist eher Yang.

Yin wird dagegen mit der dunklen Seite eines Hügels erklärt. Yin ist kalt, dunkel, schwer, träge und fällt nach unten und verdichtet sich nach innen. Materie und Substanz werden mit Yin erklärt.

Doch eigentlich sind Yin und Yang keine Kräfte, sondern Pole, die durch ihre Spannung Kräfte erzeugen, die tendenziell Yin- oder Yangqualität haben.

Was wir in dieser Welt erleben ist Qi mit eher Yin oder Yangqualität. Das bedeutet ob etwas Yin oder Yang ist, ist relativ und niemals absolut, weil es kein reines Yin oder Yang gibt.

Der Tanz von Yin und Yang

Das Yang hat immer die Tendenz aufzusteigen, während das Yin die Tendenz hat abzufallen. Dadurch, dass sie sich gegenseitig anziehen, besteht Leben. Sie halten sich fest, wie ein Magnet und haften einander. Wenn das Yin zu schwach wird, dann kann es das Yang nicht mehr halten. Wird dagegen das Yang zu schwach, dann fällt das Yin nach unten, das Leben verlangsamt sich und erlischt schließlich ganz. Das Leben entsteht durch den Tanz von Yin und Yang und es gibt selten einen Moment wo beide komplett im Gleichgewicht sind. Doch eine Tatsache ist immer gegeben. Yang steigt auf und Yin fällt ab.

Anmerkung am Rande:

Aus diesem Grund ist das korrekte Symbol von Yin und Yang ist wenn die weiße Yang Fläche nach oben hin, zunimmt und das Yin unten sein Maximum erreicht. Dieses Symbol beschreibt das Leben hier auf der Erde.

Häufig sieht man das Symbol andersherum. Die weiße Fläche erreicht ihr Maximum unten. Dieses Symbol wird oft irrtümlicherweise verwendet. Es beschreibt, den Abstieg des Geistes in die Materie. Also den Moment der Inkarnation und der Geburt, oder spirituelle Momente, wenn der Geist die Materie aufhebt und dadurch erhebt.

Yin und Yang in der TCM

In der TCM spielen Yin und Yang eine sehr große Rolle. Das Diagnosesystem der TCM beruht auf Yin und Yang, wenn man von den fünf Wandlungsphasen absieht. Man sucht nach dem Ungleichgewicht von Yin und Yang und versucht dieses auszugleichen.

So schaut man ob eine Fülle oder Leere vorliegt, ob eine Erkrankung eher heiß oder kalt ist. Wichtig ist auch ob sie sich eher im unteren oder im oberen Körperbereich sich ausdrückt. Eher links oder rechts, vorne oder hinten. Innen oder Aussen. Ob sie sich tags oder nachts zeigt. Ist es eine Erkrankung die sich mehr in Substanz des Körpers abspielt, also in den Knochen, im Gewebe und im Blut oder mehr im Qi und im Shen.

Es geht immer um diese zwei Pole.

Ausdruck im Körper

Yin

Bauchseite, weiches Gewebe, Flüssigkeiten, Ödeme, Gewebe, Kälte, Fülle, Ansammlungen, unten, innen, nachts, langsam, träge, Krankheiten die sich langsam entwickeln und unterschwellig sind, chronische Erkrankungen, Krankheiten und Symptome im inneren des Körpers, Organe, Knochen, Dichte.

Yang

Rücken, Oben, Krankheiten die sich schnell entwickeln und dramatisch aussehen, plötzlich, schnell, schwallartig, explosionsartig, Hitze, schnelle Veränderungen, wechselnde Symptome, emotionale und geistige Erkrankungen und Symptome, tagsüber, außen, Oberfläche, Haut.

Wenn eine Erkrankung sehr viele Yang Symptome zeigt, dann bedeutet das meistens, dass auch irgendetwas mit dem Yin nicht stimmt und umgekehrt.

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