Heilpraktiker abschaffen?

Sind Heilpraktiker schlecht qualifizierte Mini Ärzte? Sind sie gar gefährlich?

Letztes Jahr ist ein Krebspatient, der von der Schulmedizin austherapiert war, nach der Behandlung eines Heilpraktikers gestorben. Er bekam eine Injektionstherapie. Bis heute ist nicht abschließend geklärt woran er tatsächlich gestorben ist. Dem Heilpraktiker konnten, nach meinem jetzigen Wissensstand, keine Fehler nachgewiesen werden. Der Fall ist also nicht abschließend geklärt und trotzdem wurden sofort Forderungen laut, am besten gleich den ganzen Heilpraktikerberuf abzuschaffen, oder wenigstens stark zu kontrollieren.

Das ist nichts Neues. Jedes Jahr gibt es Versuche den Heilpraktikerberuf zu diffamieren, in ein schlechtes Licht zu bringen. In regelmäßigen Abständen werden ein paar kleine zusätzliche Einschränkungen hinzuzugefügt. Mal wird dies verboten, mal jenes. Das Behandlungsspektrum wird immer mehr eingeschränkt.

Jetzt wurde sogar seitens der Ärzteschaft eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich Gedanken darüber machen soll, wie man den Heilpraktikerberuf reformieren kann. Ziel ist es den Heilpraktikerberuf ganz abzuschaffen und in das bestehende System der Schulmedizin einzugliedern.

Warum Heilpraktiker abgeschafft werden sollen?

Der Heilpraktiker sei schlecht ausgebildet und könne gar nicht einen Arzt ersetzen. Er stelle durch seine mangelhafte Qualifikation eine Gefahr dar.

Tatsachen:

Es gibt bis jetzt keine Beweise, keine Studien und nichts was darauf hindeutet, dass es zu Schäden durch Heilpraktiker gekommen ist. Das sind alles Mutmaßungen und Unterstellungen. Also höchst spekulativ und unwissenschaftlich.

Was steckt dahinter?

Die Ärzte befinden sich in einem Dilemma, sie haben sich über Jahre in ein krankes System hineinmanövrieren lassen, aus dem sie so leicht nicht mehr herauskommen können. Dort hinein sollen auch die Heilpraktiker integriert werden. Offensichtlich fürchten die Drahtzieher dieser Aktionen, Heilpraktiker könnten ihnen das Wasser abgraben. Tatsache ist, dass die Unzufriedenheit durch ärztliche Behandlungen immer mehr wächst und das Vertrauen in die Schulmedizin immer mehr schwindet. Heilpraktiker bekommen immer mehr Zulauf und die Naturheilkunde wird immer beliebter.

Deshalb sagte ein Fürsprecher der Heilpraktikerabschaffung: „Heilpraktiker können nicht Teil der Lösung sein. Offensichtlich ist man sich bewusst, dass es Lösungen braucht.

Nein, Heilpraktiker sind nicht die Lösung des Problems, aber sie sind auch nicht das Problem!

Sind Heilpraktiker Mini Ärzte?

Nein! Heilpraktiker fangen dort an zu arbeiten, wo die Schulmedizin aufhört. Sie sind keine Alternative, sondern ein Fortführen, eine Weiterentwicklung und Ergänzung.

Doch oftmals müssen Heilpraktiker tatsächlich Miniarztfunktion übernehmen, weil es die Ärzte nicht tun. Sie müssen sich intensiv mit der Arbeit der Ärzte auseinandersetzen und dort beraten, wo eigentlich die Ärzte beraten und aufklären müssten. Deshalb möchte ich die Herren und Damen, die Drahtzieher der Anti-Heilpraktikerkampagne, dazu auffordern, eine Arbeitsgruppe zu gründen um sich Gedanken zu machen wie man den Ärzteberuf reformieren kann. Hier besteht dringender Reformbedarf! Mit Ideen und Anregungen stehe ich sehr gerne zur Verfügung. Ich kann sie direkt aus dem Leben und aus zahlreichen Erfahrungen mit Patienten informieren und beraten. Damit sie erkennen, wo es seitens der Patienten dringenden Reformbedarf gibt, um entsprechend zum Wohle der Patienten tätig zu werden. Denn nach eigenen Aussagen geht es um das Wohl und den Schutz des Patienten.

Aufklärung tut Not!

Über den Heilpraktiker ranken sich Mythen, viele wissen gar nicht was ein Heilpraktiker eigentlich macht. Oft wird der Begriff Heilpraktiker und Homöopath als Synonym verwendet und einige Ärzte werden da auch irgendwie mit hineingemischt. Und auch was ein Arzt können soll oder nicht können kann, wo seine Grenzen sind, auch das ist vielen Menschen oft nicht ganz klar. Deshalb möchte ich im Folgenden darüber aufklären.

Das Weltbild und das Arbeitsfeld eines Schulmediziners

Ein Arzt behandelt mit wissenschaftlich anerkannten Methoden. Er beschäftigt sich mit der sichtbaren Welt, mit der Materie. Der Mensch besteht aus Fleisch und Blut. Das können wir sehen, das können wir anfassen und im Labor und unterm Mikroskop untersuchen. Eine klare Sache.

Der menschliche Körper ist eine Art Maschine, wenn Teile davon erkranken, dann kann man das feststellen und diese reparieren. Die Schulmedizin ist hervorragend für Akutfälle, wenn große Not herrscht und es um Leben und Tod geht. Wenn ganz schnell akute Symptome behandelt werden müssen, dann ist die Schulmedizin erste Adresse.

Sie arbeitet an der Hardware des Menschen. Wir alle wissen jedoch, dass wenn die Hardware unseres Computers intakt ist, er trotzdem schlecht funktionieren kann. Das geschieht sogar sehr häufig.

Laborwerte okay, Ultraschall okay, der Arzt hat nichts gefunden. Dem Menschen geht es trotzdem schlecht. Häufiges Phänomen!

Die Grenze der Schulmedizin

Wir leben in einer Welt, die sehr materiell ist. Wir orientieren uns sehr stark nach außen und glauben oft nur das was wir sehen und hören können. Doch gleichzeitig wissen wir, dass wir mehr sind, als unser Körper. Wir können es mithilfe der Wissenschaft nicht beweisen. Doch die Tatsache, dass wir fühlen und denken beweist, dass es da mehr gibt als das, was wir sehen und anfassen können.

Diese unerklärbaren Eigenschaften ordnen viele wissenschaftsgläubige Menschen dem Gehirn zu. Ein Chirurg hat jedoch mal gesagt. „Ich habe das gesamte Gehirn seziert und keine Gefühle gefunden.“ Wir alle aber wissen, dass diese existieren. Wir erfahren das in uns selbst, obwohl sie wissenschaftlich nicht beweisbar sind. So gibt es da draussen ausserhalb der Wel

Dort wo die sichtbare Welt aufhört, liegt die Grenze der Schulmedizin.

Der Mensch lebt nicht von Brot allein!

Im Rahmen meiner Tätigkeit erkläre ich den Patienten was aus der Sicht der TCM und der Naturheilkunde in ihrem Körper nicht gut läuft und wie wir behandeln können. Sie finden das höchst erstaunlich, weil sie das, was ich ihnen erkläre, genauso in ihrem Körper fühlen und wiederfinden können. Obwohl es keine wissenschaftliche Erklärung dafür gibt ist es für sie eine wahrnehmbar und real. Dann kommt eine große Erleichterung, weil sie sich endlich gesehen und verstanden fühlen und anschließend die Frage: „Warum hat mir das nicht mein Arzt schon längst gesagt, warum sehen das die Ärzte nicht? „ Sie fangen dann an, an die Schulmedizin zu zweifeln und ihren Arzt zu hinterfragen.

Hier muss ich die Schulmedizin verteidigen, und das tue ich immer: „Ihr Arzt ist nicht doof, oder unwissend, oder schlecht ausgebildet, sondern die Schulmedizin arbeitet in einem anderen Bereich! Sie befasst sich mit der sichtbaren Welt, mit der Hardware. Ihr Arzt hat nichts falsch gemacht, sondern nur seine Arbeit in seinem Bereich. Ich weiß auch viele Dinge nicht, die der Arzt weiß. Jeder hat seinen Arbeitsbereich, seine Kenntnisse und seine Fähigkeiten.“

Das Weltbild und das Arbeitsfeld eines Heilpraktikers

Ein Heilpraktiker ist kein Schulmediziner, der Naturheilkundemittel anwendet, deshalb braucht er auch kein Medizinstudium um seine Tätigkeit zum Nutzen der Menschen auszuüben. Das wäre eine symptomorientierte Anwendung von Naturheilmitteln. Das tun viele Ärzte, die nebenher naturheilkundlich arbeiten. Das ist legitim und nützlich, aber es ist nicht das Betätigungsfeld eines Heilpraktikers.

Was Schulmediziner und Heilpraktiker gemeinsam haben ist, dass sie sich mit Erkrankungen und deren Heilung befassen.

Ärzte versuchen den kranken Körper zu reparieren und das Symptom zum Schweigen zu bringen, damit das Leiden aufhört.

Heilpraktiker nehmen dieses Symptom zum Anlass um herauszufinden, was im Gesamtgefüge des menschlichen Daseins, nicht stimmt. Dann versuchen sie über das Leiden und den Körper, den gesamten Menschen zu behandeln und einen Bewusstseinsprozess anzustoßen.

Es geht also nicht in erster Linie darum den kranken Körper zu heilen, das ist nur der Anlass, sondern es geht darum, den gesamten Menschen in ein Gleichgewicht und auf eine höre Ebene zu bringen. Als Folge davon verändern sich auch krankhafte Prozesse im Körper.

Das ist das Weltbild und das Arbeitsfeld eines Heilpraktikers und hiermit lassen sich sowohl seine Erfolge, als auch seine Beliebtheit erklären. Er beschäftigt sich mit der Software und nur am Rande mit der Hardware, aus diesem Grund ist es unmöglich den Heilpraktiker in die Schulmedizin zu integrieren. Das wäre so ähnlich wie wenn man versuchen würden ein Softwareproblem mit dem Schraubenzieher zu lösen.

Wirksamkeitsnachweis

Geht es den Menschen durch Heilpraktikerbehandlungen wieder besser, dann ist das nicht genug. Es werden Wirksamkeitsnachweise gefordert.

Für viele Heilpraktikermethoden gibt es keine aussagekräftigen Studien und das liegt in der Natur der Sache. Denken sie an das Beispiel mit dem Softwareproblem und dem Schraubenzieher. Unmöglich!

Deshalb müssen wir uns immer den Vorwurf des Placebos gefallen lassen. Hat eine Heilpraktikerbehandlung Erfolg, dann ist es Placebo. Hat ein Medikament welches vom Arzt verschrieben wurde Nebenwirkungen, dann ist das eingebildet, weil man vorher die Packungsbeilage gelesen hat.

Das hat mich veranlasst über den Placeboeffekt nachzudenken. Hier ein Beitrag zum Placeboeffekt.

Placebo-in einem neuen Licht betrachtet.

Das menschliche Bedürfniss nach Selbsterkenntnis, Ausdehnung und innerer Heilung

Die Menschen spüren tief in sich, dass sie mehr sind als nur Fleisch und Blut und dass die Schulmedizin ihnen, aus diesem Grund oft nicht helfen kann. Wenn man den Heilpraktiker verbietet, wird man dadurch die Begrenzung der Schulmedizin nicht aufheben. Die Grenzen der Schulmedizin liegen in ihrer Natur. Das Problem ist, dass wir über lange Zeit materialistisch dachten und sehr von diesem Weltbild geprägt sind. Die Schulmediziner wurden deshalb zu Herren über Leben und Tod erklärt. Was sie sagen ist Gesetz, obwohl sie nur einen Teil der Wirklichkeit verstehen und beherrschen. Trotzdem glauben sie, sich um das Patientenwohl kümmern zu können und Menschen vor sich selbst beschützen zu müssen. Eine sehr irrationale Denkweise!

Da ist keine Ethik

Der Versuch Heilpraktiker zu diffamieren und zu verbieten hat nichts mit Ethik zu tun.

Die Anstrengungen, die seit Jahren gegen Heilpraktiker unternommen werden, haben weder etwas mit Ethik noch etwas mit dem Patientenwohl zu tun.

Sie zeugen lediglich von hochgradiger Unwissenheit, mangelnder Aufklärung und Eigendünkeln.

Willkommen im Mittelalter!

Die Menschen werden in ihrer inneren Not trotzdem nach Möglichkeiten Ausschau halten weiter zu kommen. Es wird sich ein Graubereich herauskristallisieren. Das tiefe Bedürfniss der Menschen nach Antworten, innerer Heilung und Bewusstseinsentwicklung wird kriminalisiert werden.

Die Quadratur des Kreises ist nicht möglich

Aus dem Heilpraktiker einen Mini Arzt machen zu wollen um seine Tätigkeit zu kontrollieren ist nicht möglich ohne sein Arbeitsfeld komplett zu zerstören.  Was wäre der Gewinn? Wer würde davon profitieren? Die Patienten mit Sicherheit nicht!

Fazit:

  • Schulmediziner sind keine Götter in Weiss. Die Schulmedizin hat Grenzen.
  • Die eigentliche Arbeit der Heilpraktiker beginnt dort wo die Schulmedizin aufhört. Die Arbeit am Körper ist lediglich die gemeinsame Schnittmenge.
  • Die Reformierung des Arztberufes ist notwendig und im Sinne der Patienten.
  •  Eine lockere Zusammenarbeit und gegenseitige Akzeptanz wäre für Alle Beteiligten nützlich und sinnvoll. Vor allem zum Wohle der Patienten.

 

7 Comments

  1. Marion Bachmann said:

    Ich habe die oben stehende Erklärung des Heilpraktikerberufes gelesen und bin sehr dankbar, für die zutreffende Beschreibung. Ich bin selbst Heilpraktikerin und erlebe genau das, was hier beschrieben wird. Es sind sehr viele Patienten, die aufathmen, wenn sie erfahren, dass sie mit ihren Problemen ernt genommen werden, obwohl von ärztlicher Seite keine Hilfe mehr zu erwarten ist. Und wie gesagt die Software hat eine enorme Bedeutung. Plötzlich läuft das Lebensrad wieder rund. Dies mitzuerleben ist eine große Freude.

    27. August 2017
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    • Konstantina Vrontou said:

      Vielen Dank für Ihre Worte Frau Bachmann!

      4. September 2017
      Reply
  2. Brigitte Schnitzer said:

    Sehr richtig! Ich habe schon sehr oft Hilfe beim Heilpraktiker bekommen, wo die Ärzte entweder ratlos waren oder mich lediglich mit Medikamenten vollpumpen wollten. Die Schulmedizin hat ihre Grenzen, das ist treffend geschrieben. Ich wüsste nicht, was ich ohne Heilpraktiker gemacht hätte. Wahrscheinlich wäre ich verzweifelt!

    28. August 2017
    Reply
    • Konstantina Vrontou said:

      Vielen Dank für das Feedback!

      4. September 2017
      Reply
  3. Dipl.-Phil Christof Sperl, Romanist, Anglist said:

    Zunächst einmal schreibt man Mini-Ärzte oder Miniärzte. Damit das Sprachliche schon mal stimmt. Und dann ist der Stand Ihres Wissens um den Fall in Moers wohl nicht ganz aktuell. Denn die Kranken erhielein nicht zugelassenes, gefährliches chemisches Mittel. Dies erhielten sie von einem Laien, der Doktor spielte. Sie behaupten, die Heilpraktik finge dort an, wo die Medizin aufhört. Um das zu untermauern, müssten Sie zunächst erst einmal Medizin studiert haben, um solches zu beurteilen. Als Wissenschaftler weiß ich um den hochkomplexen Aufbau der Welt. Da wäre es doch ein Wunder, wenn Laien, die überhaupt keine richtige Ausbildung machen, verstünden, was im menschlichen Körper falsch läuft. Diese Behauptung ist an Überheblichkeit nicht zu übertreffen. Das wenige Geld, das die HP verdienen, interessiert die Ärzte gar nicht. Der Münsteraner Kreis weiß um die Defizite der Medizin und will sie verbessern. Aber nicht auf die Weise, dass man Laien an die Menschen lässt. Ein Blick auf die zahlreichen Homepages der HP zeigt : Es wird allerlei Eso-Firlefanz als Therapie verkauft, der einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhält. Eine Reform muss her. Jeder HP sollte unbedingt vorher Medizin studiert haben. Dann hätten Sie Ihre Esoterik, und der Rest behält die Ärzte, die für Gespräche mehr Honorar bekommen sollten.

    9. November 2017
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  4. Chris Sperl said:

    Stellen Sie auch kritische KOmmentare ein? Den Eindruck habe ich nicht. Das ist nicht sehr mutig.

    10. November 2017
    Reply
    • Konstantina Vrontou said:

      Das Genehmigen von Beiträgen kann aus zeitlichen Gründen bis zu einigen Tage dauern, weil ich mich extra auf die Seite einloggen muss. Das hat nichts mit dem Inhalt zu tun.

      10. November 2017
      Reply

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