Holz – Persönlichkeit

Holzkonstitution nach den 5-Elementen

Der Wandlungsphase Holz werden die Organsysteme Leber und Gallenblase zugeordnet. Dabei darf man Organsysteme nicht mit den Organen verwechseln, denn sie beinhalten weit mehr als das.

Leber ist Yin Natur und Gallenblase Yang. Yin und Yang sind Polaritäten. Die fünf Wandlungsphasen stellen Qualitäten oder Eigenschaften dar. Das Organsystem Leber ist Yin und hat Holzeigenschaften, das Organsystem Gallenblase ist Yang und hat ebenfalls Holzeigenschaften. Sie arbeiten als ein Paar zusammen.

Holzqualität

Die Eigenschaft des Holzes ist Bewegung und Dynamik. Wachstum und Evolution, das entstehen neuen Lebens, der Antrieb und die Tatkraft gehören hierher. Die Energie des Holzes bewegt sich naturgemäß nach oben und Außen. Der Antrieb kommt dabei vom Yang, der Gallenblasenenergie, diese wird von der Leber unterstützt. Das Yang der Gallenblase ist im Yin der Leber verankert und geerdet, sonst würde sie zu sehr nach oben schießen und ausufern. So arbeiten Leber und Gallenblase zusammen.

Die Holzqualität kann man am Besten im Frühling beobachten, wenn die Natur erwacht und alles wächst und sich entfaltet, alles nach oben und nach außen drängt. Das Drängende ist Teil der Holznatur.

Holzcharakter

Ein Mensch, der zur Holzkonstitution neigt, hat einen forschen Charakter. Er möchte sich gerne entwickeln und sich entfalten. Er hat viele Pläne und möchte sie gerne in die Tat umsetzen. Er ist tatkräftig und packt an. Anstatt zu debattieren handelt er lieber. Er initiiert neue Projekte und ist ständig in Bewegung. Wenn sich ihm irgendetwas in den Weg stellt, dann wird es auf die Seite geschoben, notfalls mit Gewalt. Seine Natur ist kämpferisch. Dabei ist er entscheidungsfreudig und hat eine feste Meinung über die Dinge und die Welt. In seinen Augen hat er immer recht. Ungerechtigkeiten kann er schwer ertragen, notfalls geht er auf die Barrikaden und setzt sich für seine Werte ein, dabei übergeht er auch manchmal andere. Nach dem Motto, wo gehobelt wird da fallen auch Späne. Man sagt ihm eine gewisse Dickköpfigkeit nach. Wenn er sich in irgendetwas verbeißt ist es schwierig wieder loszulassen und eine andere Position einzunehmen. Er ist wie gesagt, entscheidungsfreudig und das beinhaltet auch eine gewisse Einseitigkeit.

Ärger und Zorn sind die automatischen Emotionen eines Holzcharakters. Er reagiert oft ärgerlich bis hin zu Wutausbrüchen und Aggressionen, doch sein Ärger verfliegt wieder sehr schnell. Er ist selten nachtragend oder böse.

Der Holzcharakter in seiner Stärke

Wenn das Yang und das Yin stark genug sind dann ist der Mensch aktiv, tatkräftig, geradlinig, willensstark, mutig, gerechtigkeitsliebend und wohlwollend. Er fördert und unterstützt sich selbst und andere. Er dient dem Wachstum des Lebens.

Ein Mensch mit Holzkonstitution, der ausgeglichen ist und in einem harmonischen Umfeld lebt, der seine Ideen und Projekte umsetzten kann, der wird sich ins Feuerelement wandeln. Das bedeutet er wird glücklich, fröhlich, ausgelassen, warmherzig und zufrieden sein. Holz wandelt sich in Feuer!

Der Idealfall

Damit das passieren und sich Holz in Feuer wandeln kann, müssen alle anderen Elemente im Menschen stark genug und im Gleichgewicht sein.

  • Das Wasserelement- Nährung und Wurzeln

Ein Mensch mit Holzkonstitution sollte immer auf seine Ressourcen achten, sich immer wieder in sich zurückziehen um sein Wasserelement zu stärken, denn daraus kommt die Kraft und die Flexibilität. Immer wieder Rückschau halten, einkehren und seine Pläne und Vorhaben überprüfen.

Wenn das Wasserelement zu schwach wird dann kann nichts mehr wachsen, man brennt aus oder wird engstirnig und rechthaberisch. Man verliert den Bezug zu seiner inneren Stimme und seiner inneren Bestimmung. Das artet in Aktionismus oder Brutalität aus und zwar sowohl sich selbst, als auch anderen und dem Leben gegenüber.

  • Das Metallelement – Kontrolle und Ausgleich

Wichtig ist auch eine ausreichende Kontrolle durch das Metallelement. Metall steht für Struktur, Gesetzte, Recht und Ordnung. Der Charakter des Holzelementes ist es zu wachsen und zu wuchern, ohne Rücksicht auf Verluste. Es sind die mäßigende und strukturierende, vernunftsbetonte Kräfte des Metallelementes, die diesem Einhalt gebieten und dem Holzelement dadurch erlauben sich harmonisch zu entwickeln. Andernfalls pirscht es nach vorne und reißt alles mit sich und nimmt keine Rücksicht auf sich selbst oder auf andere.

Wenn also der Holzcharakter ausreichende Rückschau und Ernährung durch das Wasserelement erfährt und ausreichende Mäßigung und Kontrolle durch das Metallelement, dann kann es friedlich und harmonisch wachsen und im Feuerelement münden und das ist Freude und Glücklichsein. Das Gefühl von Integrität und Einheit.

Das Wasser ist die Mutter des Holzes, das Metallelement der Vater und das Feuer die Geliebte.

Hindernisse und ein Übermaß an Kontrolle

Wenn jedoch ein Mensch mit Holzkonstitution ständig auf Hindernisse stößt, sich verausgabt und auf keinen grünen Zweig kommt, weil die Umstände nicht förderlich sind, dann wird er sich ins Wasserelement zurückziehen. Griesgrämig, launisch, motzend und bösartig werden. Wie ein kleiner Giftzwerg. Oder er wird frustriert und erschöpft in sich zusammenfallen um sich zu regenerieren. Burnout!

Für einen Menschen mit Holzkonstitution gibt es nichts Schlimmeres als zu viel Struktur, zu viele Vorgaben und Reglementierungen. Er braucht zwar ein gewisses Maß an Struktur um nicht den Verstand zu verlieren und andere zu dominieren, aber zu viel davon unterdrücken seine Kräfte und frustrieren ihn. Seine Energie wird sich irgendwann Bahn brechen und sich entweder nach Außen richten und zerstörerisch sein, oder sich gegen sich selbst wenden, in Form einer Depression oder einer Autoimmunerkrankung. Dabei ist es ganz gleich ob das Übermaß an Kontrolle von außen kommt, beispielsweise durch strenge Eltern, oder ob jemand sehr streng zu sich selber ist.

Was braucht ein Holzcharakter?

Holz braucht freie Bedingungen mit einem Mindestmaß an Struktur. Diese Strukturen müssen dem eigenen Weltbild entsprechen. Einem Holzmenschen kann man ganz offen und direkt die Wahrheit sagen, auch wenn sie nicht schmeichelhaft ist. Sie vertragen das! Man sollte ganz offen, direkt und ehrlich zu ihnen sein und sich ihnen stellen. Nur so haben sie Respekt, andernfalls kann es leicht passieren, dass man von ihnen überfahren wird. Man muss Ihnen direkt sagen was man haben möchte und was man braucht. Zu warten, dass sie selbst darauf kommen ist sinnlos.

Holzmenschen müssen lernen Rücksicht zu nehmen und zwar sowohl auf sich selbst als auch auf andere. Rücksicht und Toleranz sollten Holzmenschen regelmäßig üben. Das geschieht am besten durch innehalten und innere Rückschau. Vor dem Handeln dreimal lang und tief ein und ausatmen und dabei bis 100 zählen. NICHT immer drauflos!

Für Menschen mit Holzkonstitution ist es wichtig den eigenen Flow zu finden. Weich und fließend durchs Leben zu gehen. Sich selbst Raum zu geben, aber auch anderen Menschen dasselbe zuzugestehen.

Besonders wichtig ist Bewegung und Entspannung. Am besten können Holzcharaktere durch Bewegung entspannen. Sport und anschließend Sauna oder zuerst anspannen und dann entspannen wie z.B. bei der Bioenergetik.

Der Holzcharakter mit schwachem Yang

Wenn das Yang, der aktive Aspekt im Holz zu schwach ist, dann ist der Mensch willensschwach, schüchtern, mutlos. Er braucht andere um in die Gänge und in die Aktion zu kommen, er ist weich und nachgiebig und kann sich schwer durchsetzen. Das sind alles Eigenschaften, die man nicht dem Holz zuordnen würde und doch gibt es Holzkonstitutionen, die sich so zeigen. Man erkennt sie daran, dass sie geradlinig sind und eigentlich quirlig. Sie weisen viele Holzeigenschaften auf, sind aber eher introvertiert und schüchtern. Sie sind oft wütend und gereizt lassen ihren Ärger aber nur bei Menschen raus, bei denen sie sich sicher fühlen, also beim Partner und nahestehende Menschen.

Holz mit schwachem Yang braucht Zuspruch, Ermutigung und sehr freie Bedingungen. Keine Regeln, keine Kritik!

Der Holzcharakter mit schwachem Yin

Wenn das Yin zu schwach ist dann kommt es zu extremer innerer Anspannung. Man steht ständig unter Strom und ist unendlich gereizt. Ein falsches Wort und schon explodiert das Fass.

Erstmals gilt es in Deckung zu gehen und ihnen Recht zu geben! Man sollte mitfühlend, freundlich und ruhig bleiben. Tut man das nicht, sondern versucht mit ihnen zu diskutieren oder seinen Standpunkt darzustellen hat man schon verloren. Entweder man landet als Notfall in der Klinik, die Wohnungseinrichtung wird demoliert, oder andere schlimme Dinge können geschehen.

Menschen in diesem Zustand brauchen Beruhigung, Entspannung und das Gefühl gut genährt und unterstützt zu sein. So finden sie zu ihrer eigenen Stärke zurück und können sich wieder anderen Menschen öffnen und zu ihrer wahren Natur zurückkehren um wohlwollend zu sein. Erst dann kann man wieder vernünftig mit ihnen reden und seine Bedürfnisse mitteilen. Das sollte man dann auch klipp und klar tun.

Das Holzelement im Leben eines Menschen

Jeder Mensch hat eine Neigung zu einem Element, eine Konstitution, die er zeitlebens hat. Doch jeder hat alle Elemente in sich und die Möglichkeit in einer bestimmten Situation entsprechend zu handeln. Manche Situationen erfordern es beispielsweise mehr das Holzelement zu leben, wenn man zum Beispiel ein neues Projekt beginnen möchte oder aktiv und tatkräftig oder mutig sein will. Andere Situationen erfordern es mehr das Erdelement zu leben, führsorglich zu sein und andere zu nähren, wenn man zum Beispiel Eltern wird. Jeder hat alle Möglichkeiten in sich und es liegt auch in der Natur des Menschen früher oder später alle Möglichkeiten erfahren zu wollen.

Das Leben ist in verschiedene Zeitalter gegliedert, die jeweils ein anderes Element erfordern und sich deshalb ein bestimmtes Element in diesem Alter besonders deutlich zeigt. Dabei ist es ganz gleich welche Konstitution man eigentlich hat. Im entsprechenden Alter wird sich das dazugehörende Element besonders stark zeigen.

Zum Holz gehört das Kindesalter bis zur Pubertät. An kleinen Kindern kann man das Holzelement besonders gut beobachten.

Sie sind biegsam wie der Bambus und dabei wachsen sie wie verrückt. Wenn sie etwas wollen, dann müssen sie es unbedingt haben, auch wenn sie die Ellbogen einsetzen müssen. Andere sind dabei relativ egal es sei denn, das eigene Wohlergehen hängt von ihnen ab. Trotzdem haben sie einen Hang andere zu unterstützen, sie können durchaus wohlwollend sein, wenn ihre eigenen Bedürfnisse befriedigt sind. Sie sind ständig in Bewegung, sind neugierig, wollen alles erkunden und erobern. Ihre Phantasie ist grenzenlos, heute Pirat, morgen Astronaut und übermorgen Königin. Sie dehnen sich aus bis zum Ende des Universums. Wenn sich jemand in den Weg stellt und behauptet jetzt MUSST du aber Zähne putzen und ins Bett gehen, dann geht der Ärger und das Geschrei los. Das ist Holz!

Das Motto ist:

Ich will! Ich kann! Ich!

Wenn ein Kind ausgewachsen ist dann ist das Ende der Holzphase erreicht und es geht über in die Feuerphase.

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