Wellnesstage für den Darm

Hilfreiche Anregungen für die Darmgesundheit

Darmprobleme wie Reizdarm, entzündliche Darmerkrankungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen immer mehr zu. Immer mehr Menschen klagen über Verdauungsprobleme. Das Mikrobiom, das Leaky Gut Syndrom und Darmsanierungen sind in aller Munde. Inzwischen ist der Darm als wichtiges Organ selbst in der Schulmedizin angekommen und wird wissenschaftlich genauer erforscht.

Darmerkrankungen – was tun?

Doch warum ist das so? Warum häufen sich Darmerkrankungen und was kann man dagegen tun? Mit Sicherheit hilft das Einnehmen von Darmbakterien und diversen Pülverchen und Nahrungsergänzungsmitteln nur bedingt. In vielen Fällen ist es vergeudete Zeit und Geld.

Der Darm ist eine riesige Oberfläche und die Darmschleimhaut ist genaugenommen eine äußere Oberfläche des Körpers. Alles was wir zu uns nehmen und sich im Darm befindet ist noch nicht im inneren des Körpers. Der Darm ist sozusagen, der Wächter, der darüber wacht was in den Körper hineindarf und was draußen bleiben und ausgeschieden werden muss.

Der Darm ist überfordert

In der heutigen Zeit ist der Darm schlichtweg überfordert. Wir haben eine gigantische Fülle an Lebensmitteln, unzählige Kombinationen, exotische nicht bekannten Nahrungsmitteln und vor allem eine Fülle an chemischen Zusatzstoffen, Wirkstoffen, Hilfsstoffen und Substanzen.  Diese landen gewollt oder ungewollt auf unseren Tellern und somit im Darm. Zu den Medikamenten, Antibiotika und sonstigen medizinisch notwendigen oder überflüssigen pharmazeutischen Produkten, kommen immer mehr Nahrungsergänzungsmittel hinzu. Diese enthalten nicht nur die eigentlichen Wirkstoffe, sondern oft Unmengen an zusätzlichen Inhaltsstoffen.

Der Darm unserer Vorfahren musste sich nur mit einem Bruchteil der Substanzen auseinandersetzen, wie wir in der modernen Zeit. Hinzu kommt, dass unser Essen und unsere Essgewohnheiten sich drastisch verändert haben. Noch nie gab es diese Fülle an verschiedenen Nahrungsmitteln in solch vielfältigen Kombinationen und raffinierten Geschmäckern. Von Fast Food, schädlichen Nahrungsmitteln und Völlerei ganz zu schweigen.

Hinzu kommen täglich neue Diäten und Ernährungsempfehlungen, die oftmals ausprobiert werden. Mal ist es low fat und vegan, dann eiweißreich und fettarm, dann Paleo oder fettreich und kohlehydratarm.  Mal soll roh und vegan gesund sein, dann wieder gekocht und mit viel Fleisch.

Kein Wunder, dass der Darm gereizt und beleidigt reagiert, sich entzündet oder sogar richtig erzürnt ist.

Was der Darm braucht

  • Ein entspanntes und regelmäßiges Leben tut dem Darm gut.

Die Verdauung beginnt im Mund und endet im Enddarm. Sie wird durch den Parasympathikus geregelt. Der Darm wird erst durch Ruhe und Entspannung richtig aktiv und kann seine Aufgabe erfüllen. Sind wir dagegen in Aktion und Hektik dann ist unser Sympathikus aktiv. Verdauungsprozesse kommen zum Erliegen. Der Darm gerät unter Druck. Blähungen, Bauchschmerzen und Krämpfe sind die Folge. Wenn sich im Darm nichts mehr bewegt, dann entstehen leicht Entzündungen und ein Reizdarm.

  • Reizarme und einfache Ernährung

Das was Kleinkinder und Babys am liebsten mögen tut dem Darm gut. Einfache und wenig raffinierte Speisen sind eine Wohltat. Wenig Reizstoffe, wenig Zusatzstoffe und möglichst wenig Chemie.

Kleine Kinder essen am liebsten die Dinge pur. Spaghetti ohne Soße, Brot ohne Käse, ein Stück Karotte oder ein Stück Apfel. Ihre Geschmacksknospen sind noch sehr fein. Komplexes Essen überfordert sie und schmeckt ihnen nicht. Genau das braucht der Darm um sich zu erholen. Einfachheit!

  • Weniger Essen

Weniger Essen hilft dem Darm sich zu regenerieren. Der menschliche Körper kommt mit wenig Essen sehr viel besser klar als mit Völlerei. Viele Menschen haben die Befürchtung zu wenig zu bekommen, zu wenig Vitamine, zu wenig Nährstoffe etc. und somit Mangel zu erleiden. Das mag eine tiefsitzende Angst sein, die unbewusst dazu antreibt, sich mehr Essen zu beschaffen. Tatsache ist, dass Menschen noch nie so viel zu Essen hatten wie in der heutigen westlichen Zivilisation. Doch in der Menschheitsgeschichte musste der menschliche Körper oft Mangel an Nahrung erleiden, er musste lernen mit wenig Essen zu überleben. Ein Übermaß an Essen und in dieser Vielfältigkeit wie wir sie haben ist ein Phänomen der neueren Zeit. Der Körper tut sich schwer mit dieser Fülle umzugehen und reagiert darauf mit Darmentzündungen, Übergewicht, Diabetes und anderen Zivilisationskrankheiten.

Wellnesstage für den Darm

Wenn Sie Ihrem Darm etwas Gutes tun wollen oder gar eine Darmsanierung ansteht, dann empfehle ich für einige Tage oder Wochen, die Ernährung umzustellen und dem Darm eine Erholungspause zu gönnen.

Vermeiden

  • Essen Sie möglichst einfache Speisen. Gekochtes oder Gedämpftes Gemüse und Obst, sofern Sie nicht an Fructoseintoleranz leiden.
  • Lassen Sie Milchprodukte und Zucker für einige Tage weg. Kefir können Sie zu sich nehmen, außer sie leiden an Lactoseintoleranz.
  • Ebenso lassen Sie Weizen und Weizenprodukte weg.
  • Selbstverständlich keinen Alkohol und keine Fertigprodukte.

Das können Sie essen:

  •  Essen Sie Gemüse wie Broccoli, Karotten, Fenchel, Lauch, Stangensellerie, Sellerie, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Mangold, Kartoffeln und Süßkartoffeln.
  • Quinoa, Reis, Hirse, Amaranth
  • Olivenöl, Leinsamenöl
  • Würzen Sie nur mit Salz, frischen Kräutern, frischen Ingwer, Kreuzkümmel, Cardamon, Fenchelsamen, Anis

  Gut für die Darmflora und Futter für die guten Darmbakterien:

  • Erdmandelflocken, Bananen, gekochter und abgekühlter Reis, gekochte Kartoffeln vom Vortag, geschrotteter Leinsamen.

  Pflege der Darmschleimhaut

Gut für die Darmschleimhaut ist geschrotteter Leinsamen, am besten in Wasser gekocht. Flohsamenschalen mit viel Flüssigkeit füllen den Darm und fördern den Stuhlgang. Das reinigt den Darm und putzt ihn richtig durch. Immer darauf achten genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, sonst kann es zu Verstopfung kommen. Pro Tel. Flohsamenschalen mindestens 1 Glas Wasser trinken.

  Bitterstoffe: Gut für den Darm

Der Darm und die Leber lieben Bitterstoffe. Deshalb nach jeder Mahlzeit einige Tropfen Bitterstoffe einnehmen. Zum Beispiel Bitterkraft.

Einige Erholungstage für den Darm

Ein Beispiel:

Frühstück:

2 Essl. Erdmandelpulver, 1-2 Tel. Flohsamenschalen, 1 kleingeschnittene Banane, 4 Essl. milder Kefir vom Bioladen

Mittagessen

Quinoa mit Gemüse und etwas Olivenöl. Mit etwas Salz und Kräutern würzen.

Quinoa mit Wasser zum kochen bringen. Gegen Ende das kleingeschnittene Gemüse dazugeben und mitkochen. Mit Kräutern und Salz würzen und Olivenöl darüber geben. Evtl. 1-2 Tel. Leinsamenöl dazugeben.

Abendessen

Hirse oder Reis mit gedämpftem oder gekochtem Gemüse.

Wenn Sie zwischendurch Hunger verspüren essen Sie gekochtes oder gedämpftes Gemüse wie Sellerie, Broccoli, Karotten, Fenchel mit etwas Salz oder Olivenöl.

  Machen Sie diese Kur für 3 Tage um den Darm zu pflegen.

   Wenn Sie Darmprobleme und Unverträglichkeiten haben, dann machen Sie diese Erholungstage etwas länger und lassen Sie das Obst weg und alles von dem sie glauben, dass Sie es nicht vertragen. Dann führen Sie langsam weitere Nahrungsmittel hinzu. Angefangen mit Bananen, Äpfeln, Dinkel, Schafs- und Ziegenkäse.

Gehen Sie langsam vor und lassen Sie sich vom Heilpraktiker oder naturheilkundlichen Arzt begleiten.

Erholungstage für den Geist

Gönnen Sie sich gleichzeitig einige Erholungstage für den Geist. Schalten Sie das Handy immer wieder aus. Ziehen Sie sich von der Welt zurück. Lesen Sie keine Nachrichten. Seien Sie nicht immer erreichbar. Schieben Sie der Informationsflut einen Riegel vor.

Informationsflut belastet den Darm!

Auf der geistigen und seelischen Ebene hat der Darm insbesondere der Dünndarm die Aufgabe, Reines von Unreinem zu trennen. Damit schützt er unser Herz und unseren Geist vor unnötigem Ballast. Prallen zu viele Informationen auf uns ein und müssen gleichzeitig viele Entscheidungen getroffen werden, dann kann das früher oder später auch Auswirkungen auf den Darm haben.  Deshalb gehört zu einer Darmsanierung, unbedingt auch eine geistige Auszeit dazu. Entziehen Sie sich der Informationsflut und wählen Sie bewusst welche Informationen Sie zulassen wollen.

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